Jährlich wird er gefeiert, der Tag der Milch.

Tag_der_Milch

Tag der Milch –  Tag der Fehlinformationen und Tierausbeutung?

Schon als Kind trichtert man uns Sätze ein wie: „Trink Deine Milch, die ist gesund und enthält viel Kalzium“ oder „Dein Körper braucht Milch sonst bekommst Du brüchige Knochen und schlechte Zähne.“ Verstärkt wird das Ganze durch die hübschen Bilder und tollen Slogans der Milch-Werbung, die allgegenwärtig sind und immer waren. „Die Milch macht’s,“ „Milch macht müde Männer munter“ – wer kennt sie nicht? Wer verbindet mit Ihnen nicht zwangsläufig Bilder von saftig grünen Wiesen, auf denen sich glückliche Kühe ihres Lebens freuen, Bilder der Alpen, riesige Kuhglocken, kurz: eine schöne heile Werbewelt, in der die Kuh glücklich ist und der Mensch durch den Konsum von Kuhmilch vor Gesundheit strotzt.

Doch dass die Realität eine andere ist, will man uns mit allen Mitteln verschweigen – koste es was es wolle. Uns Menschen die Gesundheit, die Kühe ihr Leben, die Milchindustrie/-lobby ein riesiges Werbebudget.

Die Milch macht’s ‑ aber was eigentlich?

Ist Milch wirklich gesund? Gibt eine Kuh immer Milch und muss gemolken werden? Verbringen Kühe die meiste Zeit auf der Weide? Es gibt viele Fragen rund um das Thema Milch und auch viel Unwissenheit und Falschinformation. Wir möchten mit diesem Artikel versuchen, ein wenig Licht ins Thema Milch zu bringen und auch zum Nachdenken und Umdenken anregen. Denn gerade in der heutigen Zeit ist ein Verzicht auf Kuhmilch kein wirklicher Verzicht mehr, gibt es doch sehr viele pflanzliche Alternativen. Keine Kuhmilch zu konsumieren, bedeutet viel mehr etwas für seine Gesundheit zu tun und den Tieren viel Leid und Qual zu ersparen.

Ist Kuhmilch gesund?

Nach aktuellen Forschungsergebnissen macht Milch nicht in erster Linie müde Männer munter, sondern kann im Gegenteil sogar gefährlich sein: Hervorgerufen durch das artfremde Eiweiß kann es bei hohem Milchkonsum zu allergischen Reaktionen wie Neurodermitis, Infekten, Durchfall oder Asthma kommen. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa 12–15 Millionen Menschen, die unter Laktose-Intoleranz „leiden,“ d. h., deren Körper den Milchzucker (Laktose) nicht verarbeiten kann.

Auch kann Milchkonsum Ablagerungen von Eiweiß, Kalzium und Cholesterin verursachen und so das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ansteigen lassen; durch den hohen Anteil an Milchzucker (in der Natur ein natürliches Mastmittel für die Kälber) kann außerdem Übergewicht insbesondere bei Kindern gefördert werden. Nicht zuletzt bringen Milch und Milchprodukte den körpereigenen Kalziumhaushalt durcheinander und können, anders als es die Werbung uns glauben machen will, so die Ausbildung von Osteoporose (Knochenschwund) und Karies begünstigen.

Was ist Kuhmilch eigentlich?

Kuhmilch ist wie die Milch eines jeden anderen Säugetiers dazu da, den eigenen Babys, also den Kälbern, eine erste Nahrung zu bieten, sie auf feste Nahrung vorzubereiten und mit den nötigen Vitaminen, Mineralien und Eiweiß zu versorgen. Kuhmilch ist Muttermilch, Muttermilch wie sie stillende Mütter Ihren Babys geben.

Entgegen der Natur und als einziges Lebewesen konsumiert nur der Mensch auch über die Stillzeit hinaus Muttermilch, dazu noch Muttermilch einer anderen Spezies, die der Kuh.

Wo kommt die Milch eigentlich her, geben Kühe immer Milch?

Milch und Milchprodukte gehören in der westlichen Welt zu den Grundnahrungsmitteln schlechthin. Nach offiziellen Angaben wurde 2010 in Deutschland in etwa 90.000 Betrieben mit insgesamt mehr als 4 Millionen Milchkühen fast 30 Milliarden Liter Milch produziert. Jeder von uns verbraucht durchschnittlich über 50 Kilogramm Milch; rechnet man Käse, Joghurt, Butter etc. noch dazu, kommt man sogar auf über 80 Kilogramm Milch pro Jahr. Doch wo kommen diese riesigen Mengen her?

Anders als oft angenommen, würde eine Kuh unter natürlichen Umständen nicht durchgängig Milch geben. Auch muss eine Kuh nicht ständig gemolken werden, damit ihr Euter nicht platzt. Denkt man einmal darüber nach, was Kuhmilch eigentlich ist, eben Muttermilch, wird einem schnell klar, dass eine Kuh nur dann Milch gibt wenn sie auch Nachwuchs bekommen hat. Das bedeutet für eine Milchkuh dass sie mit etwa zwei Jahren ihr erstes Kalb zur Welt bringt und ihre leidvolle Arbeit beginnt. Sie gibt jetzt etwa 300-310 Tage Milch, um ihr Kalb zu ernähren (sog. “Laktationszeitraum“), das Kälbchen wird ihr allerdings schon gleich nach der Geburt entrissen. Etwa sechs Wochen nach der Geburt wird die Kuh erneut zwangsbefruchtet, um die etwa 6-8 Wochen dauernde „Trockenstehphase“ möglichst schnell zu überbrücken; während die Kuh also noch Milch für das erste Kalb, das man ihr nahm, ist sie schon wieder trächtig und die „Milchproduktion“ wird so durchgängig in Gang gehalten.

Eine Milchkuh braucht pro Tag etwa 50 kg Futter, vor diesem Hintergrund sehen viele Milchbauern die Kühe während der Überbrückungszeit zwischen zwei Laktationsphasen als unökonomischen Kostenfaktor, den es ‑ wirtschaftlich konsequent ‑ zu minimieren gilt.

Nach der 4. Laktationsphase nimmt die Milchleistung stetig ab, die Kuh ist von der hohen Belastung völlig ausgelaugt und spätestens im Alter von 5-7 Jahren (unter normalen Bedingungen können Kühe ein Alter von 20 Jahre und mehr erreichen) wird sie für den Bauern unrentabel, da die Kuh weniger Milch „produziert“, als der Bauer Energie (in Form von Kraftfutter) „investieren“ muss ‑ das Todesurteil für die geschundene Kuh.

Immer wieder gibt es Knochenbrüche und Stoffwechselkrankheiten ‑ ein Zeichen dafür, dass sich der unter extremem Druck stehende Körper, in immer kürzerer Zeit immer mehr Milch zu produzieren, lebensnotwendige Energie selbst entzieht. Ein Effekt, der auch etwa bei der Hühnerhaltung in Legebatterien auftritt.

Eine heutige Milchkuh ist das Ergebnis einer einseitig auf Produktionsleistung gerichteten Züchtung: Mit etwas über 7 Tonnen gibt sie pro Jahr fast ein Drittel mehr Milch als eine Kuh aus den 90er Jahren. So kommt es, dass die Gesamtmenge der heute produzierten Milch immer noch steigt, obwohl die Anzahl der Milchkühe seit Jahren sinkt. Auch die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Milchkuhhaltung wird immer kleiner, seit 1999 sind bundesweit ca. 60.000 wirtschaftliche Milchbetriebe verschwunden. Die Erklärung liegt nahe: Aus Bauernhöfen sind längst Agrarfabriken geworden, immer seltener von Bauern, sondern von Managern, den Agrarökonomen, geführt. Der enorme Preisdruck führt auch im Milchgeschäft dazu, dass immer größere Mengen zu immer niedrigeren Preisen produziert werden müssen. Große Milchbetriebe werden immer größer, kleinere Betriebe können dem Druck nicht standhalten und müssen schließen. Lediglich die Zahl der Höfe mit über 50 bis 500 und noch mehr Milchkühen wächst weiter an.

Leben Kühe die meiste Zeit auf der Weide?

Wenn man der Werbung glaubt ja, aber die Realität sieht da leider anders aus. Nur noch 40 % der Milchkühe in Deutschland kommen auf die Weide, die restlichen Tiere, 60 % aller Milchkühe, werden in Ihrem Leben den Stall nie verlassen.* Es ist klar, dass man lieber mit dem Eindruck freier Natur, Ursprünglichkeit und der Lust am ländlichen Leben werben möchte, als mit solchen Zahlen oder Bildern aus Massentierhaltungsställen. Und wie so oft in der industriellen Massentierhaltung versuchen auch die Betreiber von Milchfabriken gerne, das wirkliche Leben in den Ställen vor der Öffentlichkeit zu verbergen, dabei sind graue Betonböden und Anbindehaltung heute noch Alltag.

Die dauerhafte Anbindehaltung von Rindern und Milchkühen ist zwar auf dem besten Wege, verboten zu werden – voraussichtlich wird sie jedoch noch bis mindestens 2020 mit Einschränkungen erlaubt sein. Viele Landwirte, gerade mit kleineren Betrieben, möchten an der Anbindehaltung festhalten, obwohl hier eine Kuh verhältnismäßig meist nicht mehr Platz hat als ein Huhn in der Legebatterie. In der Regel ist nur ein kleiner Schritt vor und zurück möglich, an ein Umdrehen ist nicht zu denken.

Die gesundheitlichen und auch physischen Schäden für Milchkühe sind mittlerweile bekannt: Durch mangelhafte Bewegung leiden Gelenke und Knochen, durch das Fehlen der Möglichkeit zur Bildung eines sozialen Gefüges mit ihren Herdengenossen sind viele Tiere verhaltensgestört und zeigen Anomalien. Hinzu kommt der enorme Leistungsdruck, unter dem moderne Milchkühe stehen. Für jeden Liter Milch muss eine Kuh bis zu 500 Liter Blut durch ihr Euter pumpen, bei einer Milchleistung von bis zu 10.000 Liter Milch/Jahr (Angaben von Tierschützern liegen noch darüber) eine enorme Leistung. Fehlt der Kuh aber die nötige Energiezufuhr und das artgemäße Leben im Freien, entzieht sie die nötige Energie dem eigenen Körper.

Kühe können ein Alter von 20 Jahren oder noch darüber problemlos erreichen, Milchkühe in Anbindehaltung werden oft nicht älter als drei Jahre. Der Körper ist dann ausgelaugt, die Knochen porös und die Gelenke entzündet.

Selbst Amtstierärzte kritisieren, dass jedes Jahr bis zu 40 % der Milchkühe „aussortiert“ werden müssen.

Was passiert mit den Kälbern?

Kaum geboren, werden die Kälber von Ihren Müttern getrennt, was für beide sehr schmerzhaft ist. Die Kälber werden einzeln in so genannten Kälber-Iglus untergebracht. Die Milchindustrie schreibt dazu: „So haben sie viel frische Luft. Das stärkt ihre Abwehrkräfte und fördert ihre Entwicklung“ Wir finden diese Aussage sehr fragwürdig und nennen es „Einzelhaft ohne Familienanschluss.“

Anstatt, wie von der Natur vorgesehen, mit Muttermilch gefüttert zu werden bekommt das Kalb künstlich hergestellte Ersatzmilch. Die Muttermilch bekommen ja wir Menschen.

Kurz nach diesem einschneidenden Erlebnis folgt die nächste Grausamkeit. Die Kälber werden betäubungslos enthornt, da dies bis zum Alter von sechs Wochen laut deutschem Tierschutzgesetz erlaubt ist und somit Kosten spart.

Was dann mit Ihnen geschieht, hängt zum Teil vom Geschlecht ab: Entweder werden sie wie ihre Mutter Milchkuh, oder sie kommen in die Kälbermast, wo sie schließlich nach nur 22 Wochen Lebenszeit geschlachtet werden. Übrigens wird auch Lab, der zur Käseherstellung benötigt wird, aus Kälbermägen gewonnen.

Sie sehen, Milch steht nicht für eine gesunde Ernährung und glückliche Kühe auf grünen Wiesen, sondern für viel Leid und Schmerz. Sie haben es in der Hand dieses Leid zu beenden.

*(Quelle: http://www.topagrar.com/news/Rind-News-Noch-40-der-Milchkuehe-kommen-auf-die-Weide-570852.html)