Kettenhund „Bully“ befreit.

Als Mitarbeiter des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V. unterwegs auf Recherchetour in Brandenburg waren und einem Hinweis einer aufmerksamen Anwohnerin nach gingen, konnten sie ihren Augen kaum trauen. Auf einem völlig verwahrlosten Grundstück entdekten sie den angeketteten Hund, den ihnen die Frau beschrieben hatte. Schutzlos dem Wetter ausgeliefert und in erbärmlichem Zustand. Umgehend wandten sich die Tierschützer an den Besitzer und konfrontierten ihn mit der Tierschutz-Hundeverordnung, wobei sich schnell herausstellte , dass der Halter diese nicht einhalten konnte.

Ohne regelmäßige Gabe von Wasser und Futter hatte er den Mischlingsrüden Bully seit zehn Jahren als Kettenhund auf seinem verkommenen Grundstück gehalten. Ohne Schutz vor Sonne, Regen, Wind und Kälte verbrachte der Hund, der offenbar einmal ein Geschenk gewesen war, den Großteil seines Lebens in schlimmer Gefangenschaft. Obwohl der Rüde in ungepflegtem und vernachlässigtem Zustand war, zeigte er sich freundlich und sozialverträglich. Seinem Wesen konnte die tierquälerische Haltung offenbar nichts anhaben. Nachdem die Tierschützer den Halter vor die Wahl gestellt hatten, innerhalb von 14 Tagen sämtliche Haltungsvorschriften zu erfüllen (was für den ebenfalls in schlechtem Zustand befindlichen Hartz-IV-Empfänger mit Kosten von ca. 500 Euro verbunden gewesen wäre) oder den Hund abzugeben, entschied dieser sich für Letzteres. Nachdem Bully kastriert, entwurmt und gechipt worden ist, befindet er sich nun in der Obhut einer Pflegestelle in Berlin. Da dies nur eine Zwischenlösung sein kann, der den Arbeitskreis zudem 18 Euro am Tag kostet, wird dringend ein neues Zuhause gesucht.

Bully ist ein mittelgroßer Mischlingsrüde (Schnauzer/Labrador) mit schwarzem, zotteligem Fell. Er zeigte sich trotz der schlimmen Erfahrungen von seiner besten Seite, als sozialverträglich, lieb und verspielt; die erste Autofahrt hat ihm gut gefallen. Wir suchen nun nach einem Platz, am besten im Berliner Umland, an dem Bully bleiben kann. Hundeerfahrung sollte vorhanden sein, ebenso ein Garten oder Grundstück. Zwar hat Bully bisher durch den erzwungenen Bewegungsmangel ein kleines

Fettpölsterchen angesetzt, jedoch wird ihm Bewegung gut tun, er sollte daher auch animiert werden. Die Verträglichkeit mit anderen Tieren konnten wir noch nicht testen, auch aus diesem Grund sollte vor allem genug Platz zur Verfügung stehen.

Hier finden Sie ein Video von Bullys Befreiung:

Die Befreiung von nimmt nicht nur viel Zeit für Recherchen und Verhandlungen in Anspruch, die Pflege, Tierarztkosten und auch die Resozialisierung kosten zusätzlich viel Geld.

Update:

ERFOLG – Kettenhund-Bully bekommt endlich was er verdient!

Ende April war es soweit und Bully hat „seine“ neue Familie gefunden. Dank der Zeitungen die über Bully’s Schicksal berichteten ist er nach 10 Jahren dort angekommen wo er geliebt wird. RBB ZIPP berichtet über die Befreiung und seinem wunderschönen neuen Zuhause, jetzt anschauen:

“Vielen Dank an den Deutscher Tierhilfe Verband e.V. – der Verband hat die tierärztliche Versorgung zunächst übernommen und uns bei der Vermittlung von Bully sehr geholfen”