Agrarminister diskutieren über die Ferkel-Kastration

Vom 25. Bis 27. April 2018 finden sich die Agrarminister von Bund und Ländern zu ihrer zweimal jährlich stattfinden Agrarministerkonferenz (AMK) zusammen, um über Themen der Agrar- und Forstwirtschaft sowie ländliche Entwicklung zu diskutieren. In diesem Jahr hat Nordrhein-Westfalen den Vorsitz, weshalb die AMK dieses Mal in Münster stattfindet. Ein wichtiges Thema auf der Agenda: die zukünftige Handhabe bei der Kastration männlicher Ferkel in der Nutztierhaltung. Bisher war es erlaubt, die Ferkel bis zum siebten Tag nach der Geburt ohne Betäubung zu kastrieren. 20 Millionen Ferkel mussten dies allein in Deutschland jedes Jahr über sich ergehen lassen. Warum das überhaupt „notwendig“ war? Wenn die Ferkel zu Ebern heranwachsen, entwickeln einige von ihnen den sogenannten Ebergeruch. Und da dieser von vielen Verbrauchern bei Schweinefleisch als störend empfunden wird, suchen Landwirte und Fleischindustrie Wege, um diesen zu umgehen. Ab 2019 ist die bisher verbreitete Praxis des unbetäubten kastrierens immerhin verboten. Aber was kommt dann?

Fleischindustrie und Landwirtschaftsorganisationen setzen sich für die Anerkennung von Lokalanästhesie bei der Kastration ein. Dies wäre die schnellste und vor allem günstigste Option. Allerdings ist dabei stark umstritten, inwieweit die Tiere wirklich keinen Schmerz spüren oder die Lokalanästhesie nicht wirklich wirkt. Andere Stimmen sprechen sich für die Optionen Vollnarkose, Impfungen gegen Ebergeruch oder die sogenannte Ebermast ein. Bei letzterer wird komplett auf die Kastration verzichtet und die Schweine vor der Schlachtung von Experten auf den Ebergeruch überprüft. Die Impfung soll die Kastration ersetzen, kann von Tierärzten durchgeführt werden und lässt den Ebergeruch gar nicht entstehen. Bei der Vollnarkose muss ebenfalls ein Tierarzt eingesetzt werden – diese Praxis wird auch oftmals schon durchgeführt – und so soll dem Tier möglichst wenig Leid zugefügt werden. Diese drei Optionen sind am tierschonendsten, aber für Fleischindustrie und Landwirtschaft auch am kostenintensivsten – weshalb sie auf die Erlaubnis zur Lokalanästhesie hoffen.

Alle Methoden haben aber vor allem eins gemeinsam: ob kastriert oder nicht, ob tierschonendere oder kostengünstigere Methode – am Ende sehen Ferkel und Schweine nur dem Schlachthof entgegen. Natürlich ist die tierschonendere Variante zu befürworten. Viel wichtiger wären aber das Ende der Massentierhaltung und die Befreiung von Ferkeln und Schweinen aus solchen Zuständen! Und dafür werden wir uns auch in Zukunft immer weiter einsetzen.

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