Angriff auf Nerzfarmarbeiter – wir distanzieren uns

Slider_Seelitz-Doehlen_distanzieren

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hat es gegen Angestellte der Nerzfarm in Seelitz-Döhlen einen Angriff gegeben, bei dem Menschen verletzt worden sind. Nach Angaben von Polizei und Presse ist mindestens ein 36-jähriger Wachmann der Farm bei einem nächtlichen Angriff von zwei maskierten Männern mit Eisenstangen zusammengeschlagen worden.

Erst vor wenigen Tagen sind Ermittler des Deutschen Tierschutzbüro e.V. von Mitarbeitern der Farm in Döhlen massiv bedroht worden, als sie von öffentlichem Grund aus den Betrieb dokumentierten. Wir haben daraufhin Anzeige erstattet.

Dennoch distanzieren wir uns nachdrücklich von solchen Aktionen.

Die Nerzfarm in Seelitz-Döhlen ist uns zwar seit langem ein Dorn im Auge, denn der Betreiber hält sich nicht an geltende Vorschriften: Nach Auslaufen einer fünfjährigen Übergangsfrist im Dezember 2011 schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung mittlerweile deutlich größere Käfige für die Pelztierhaltung vor. Einige deutsche Pelztierfarmer haben ihren Betrieb seither aufgegeben, keiner der noch praktizierenden Züchter hält die neuen Vorschriften ein. Unsere Kampagnenarbeit im Tierschutz konzentriert sich daher stark auf das Thema Pelzfarmen. Unsere Kritik wird dabei unter anderem gestützt durch NRW-Umweltminister Johannes Remmel, dessen Ministerium den Fortbestand der Pelzfarmen sowohl aus rechtlichen als aus Tierschutzgründen ebenfalls nicht billigt.

Wir haben in der Vergangenheit häufig zu Protesten gegen deutsche Nerzfarmen und auch gegen den Betrieb der Farm in Seelitz-Döhlen aufgerufen, weil der Betreiber gegen geltende Rechtsgrundlagen verstößt. Damit bewegen wir uns im Bereich des legalen Protests. Wir verlassen diesen Bereich weder noch rufen wir dazu auf. Auch in Zukunft werden wir uns für ein Ende der Pelztierzucht in Deutschland und für die schonungslose Aufklärung von Missständen in der industriellen Massentierhaltung einsetzen. Niemals jedoch werden wir zu Straftaten aufrufen oder gar Tier- oder Menschenleben in Gefahr bringen, wie es mit diesem Angriff mutmaßlich geschehen ist.

Militante und gefährliche Aktionen wie diese untergraben das Ansehen eines seriösen und verantwortungsbewussten Tierschutzes in Deutschland, als dessen Vertreter wir uns sehen und wahrgenommen werden möchten. Wir begeben uns nicht auf ein Niveau, das wir anderen vorwerfen. Körperverletzungen, Brandstiftungen, Sachbeschädigungen und ähnliche Aktionen unterstützen daher wir in keinster Weise, auch wenn sie sich gegen unsere „Gegner“ richten.

Deutsches Tierschutzbüro e.V. (RK)