Anzeige gegen Nerzfarm in Borken erstattet

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Wir haben Anzeige gegen die Pelzfarm in Borken wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Aktuelle von unseren Ermittlern gemachte Bildaufnahmen von der Farm in Borken zeigen die jungen, in diesem Jahr geborenen Nerze und ihre Mütter in zu kleinen, massiv verdreckten Drahtgitterkäfigen.

Die Farm gehört Pressberichten zufolge Jürgen Brokamp, Präsident des Zentralverbandes Deutscher Pelztierzüchter, der sie eine weitere Farm in Leizen (Mecklenburgische Seenplatte) betreiben soll. In einem Presseinterview erklärte er, dass die Farmbetreiber die neuen rechtlichen Vorgaben vorsätzlich nicht umsetzen würden. Auch kündigte er an, dass die Farmer die Wasserbecken, die ab 2016 festgeschrieben sind, nicht einbauen werden.

Vor dem Verwaltungsgericht in Münster ist der Betreiber der Pelzfarm Borken bereits mit diesem Ansinnen gescheitert. Dagegen hat er jedoch Berufung eingelegt.

Stefan Klippstein, Sprecher des Deutschen Tierschutzbüro, ist darüber empört: „Die Nerzzüchter versuchen systematisch Zeit zu schinden, um weitere Nerzgenerationen züchten und töten zu können.“

Gegen die Farm in Borken haben wir jetzt erneut Anzeige erstattet. „Wir haben Fotoaufnahmen, die bei 29°C Außentemperatur aufgenommen wurden. Zu sehen sind die jungen, in diesem Jahr geborenen Nerze, die in stark verschmutzten Käfigen sitzen“, berichtet Klippstein, „Der Gestank des alten Futterbreis und der Fäkalien war über den Zaun hinweg kaum zu ertragen. Es ist nur schwer vorstellbar, wie sehr die semiaquatischen Nerze, die keine Möglichkeit haben sich abzukühlen oder dem Gestank zu entkommen, leiden müssen“, so Klippstein.

Bei der zu erwartenden Hitze in den nächsten Tagen wird sich, so befürchtet das Deutsche Tierschutzbüro, die Situation noch verschärfen. „Jedes Jahr sterben schätzungsweise 10% der Tiere an Hitzeschlag“, so Klippstein.