Anzeige gegen Schwein-Baron Straathof

Anzeigen gegen Schweinebaron Straathof

Seit einigen Jahren steht der Ferkelproduzent Straathof bundesweit in der Kritik. Kaum ein anderer „Schweine-Baron“ wird so sehr mit Tierquälerei in Verbindung gebracht wie der Holländer Adrianus Straathof. Mit einer Million produzierten Ferkeln pro Jahr zählt er zu den größten Ferkelzüchtern Europas. Immer wieder steht der Züchter im Fokus, sei es wegen Schwarzbauten, Überbelegung der Ställe oder eben Tierquälerei. Es bestand sogar ein Tierhalteverbot, doch dagegen ist Straathof juritisch vorgegangen mit dem Ergebnis, dass sich jetzt erst mal die Gericht damit beschäftigen müssen, so lange ist das Tierhalteverbot nicht wirksam. Nun der nächste Skandal. Dem Deutschen Tierschutzbüro liegen Fotoaufnahmen vor, die einen Tiertransport von Straathof zeigen. Aufgenommen wurden die Bilder in Alt Tellin (Mecklenburg-Vorpommern), hier steht die größte Ferkelzucht Europas. Die Tiere müssen auf dem Transport dicht gedrängt stehen, es sind Verletzungen und blutige Striemen zu sehen. Auch wenn die gesetzlichen Grundlagen für Tiertransporte aus unserer Sicht viel zu gering sind, so wird offenbar sogar gegen diese unzureichenden Vorgaben verstoßen. Aus diesem Grund haben wir Anzeige beim zuständigen Veterinäramt gestellt.

Die Kette der Verstöße in den Schweine-Großstallanlagen der umstrittenen Straathof Holding reißt nicht ab: Das Schweriner Landwirtschaftsministerium listete neue Verstöße gegen Futtermittel- und Tierarzneivorschriften auf. Bei einem derartigen Vorfall am 28. Januar in Alt Tellin wurde sogar ein Zwangsgeld in Höhe von 30.000 Euro angedroht, das aber dann doch nicht verhängt wurde. Grund: Eine Nachkontrolle zwei Monate später habe keine Beanstandungen mehr ergeben.

Von mindestens fünf neuen Fällen, die durch Landesbehörden aufgedeckt wurden, weiß das Ministerium. Die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion Jutta Gerkan, deren Partei mittels einer Kleinen Anfrage Auskunft vom Ministerium verlangte, wirft diesem vor, sich nicht ausreichend dafür einzusetzen, dass „routinemäßigen Gesetzesbrechern wie Straathof“ das Handwerk gelegt wird. Das Ministerium argumentiert hingegen damit, dass die Genehmigung für die Anlagen erst dann widerrufen werden muss, wenn „von ihr konkrete Gefahren für das Leben, die Gesundheit oder für erhebliche Sachwerte“ ausgehen.
(Quelle: Nordkurier vom 28.05.2015)

Nordkurier 30.05.2015

Nordkurier 30.05.2015

Presseberichte:
Nordkurier (22.05.2015)
Nordkurier (28.05.2015)

09.11.2016
Das Oberverwaltungsgericht spricht ein Tierhalteverbot gegen Staathof aus. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kämpfen Sie gemeinsam mit uns gegen die Massentierhaltung und werden Sie noch heute Förderer beim Deutschen Tierschutzbüro!Jetzt Förderer werden.