Auf der Suche nach der glücklichen Ente

Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, Köpfchen in dem Wasser, Schwänzchen in die Höh, wer kennt nicht das bekannte Kinderlied von Gustav Eskuche? Doch gerade dem Wassertier Ente fehlt in den Mastbetrieben oft das lebenswichtige Wasser, in das es sein Köpfchen tauchen kann. Vor mehr als drei Jahren haben Tierschützer bereits auf diesen Missstand hingewiesen und eine Informationsaktion ins Leben gerufen. Wir schauten nun nach dem Rechten und begaben uns auf die Suche nach den glücklichen Enten.

In Deutschland werden pro Kopf jährlich etwa 1 kg Entenfleisch verzehrt
Die Mast bedeutet für viele Tiere ein langsamer und Qualvoller Tod

 

Dem Arbeitskreis humaner Tierschutz wurde Bildmaterial aus diversen deutschen Entenmastbetrieben zugespielt. Die Aufnahmen zeigen einen ungeschönten Einblick in die industrielle Massentierhaltung. Zigtausend Enten werden in eine Halle gepfercht, kein Tageslicht, kein Auslauf, zu fressen gibt es nur eine Mischung aus Medikamenten und Kraftfutter. Tote Tiere wurden zum Teil tagelang zwischen ihren Artgenossen liegengelassen. Die Aufnahmen waren nichts für schwache Nerven. Nach nur 5 Wochen Mast geht’s für die Tiere zum Schlachthof. Eine umfangreiche Recherche vom Arbeitskreis ergab, dies ist offensichtlich kein Einzelfall. Zu unserem Erstaunen stellten die Experten auch fest, dass die Enten in den Mastanlagen noch nicht einmal die Möglichkeit haben, ihren Schnabel zu reinigen. Eine Tatsache, die für Tiere lebenswichtig ist, ein verklebter Schnabel schnürt den empfindlichen Enten buchstäblich die Luft zum Atmen ab.

Mülleimer voller toter Enten, trauriger Alltag vor Mastbetrieben
Innerhalb von nur 5 Wochen werden die Enten auf ein Schlachtgewicht von 3,5 Kg gemästet

 

Die Suche nach den glücklichen Enten endet erfolglos. Es ging einmal quer durch Deutschland, doch eine Veränderung der Entenhaltung konnten wir nicht feststellen. Es wirkt fast so, als hätte sich in den letzten drei Jahren nichts getan. Auch die Politik scheint die Ernsthaftigkeit des Themas nicht zu begreifen. Hinzu kommt, dass eine Haltungsverordnung für Mastenten längst überfällig ist, und so wird es vermutlich noch weitere Jahre dauern, bevor wir dann sagen können: Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, Köpfchen in dem Wasser, Schwänzchen in die Höh.

In gängigen Intensivmastbetrieben wird den Enten lediglich Trinkwasser in so genannten Nippeltränken zur Verfügung gestellt. Badewasser ist nicht vorhanden. Da Enten zum Wassergeflügel zählen, führt der Entzug von offenen Wasserflächen in der Mast zu starken Einschränkungen des arteigenen Verhaltens (Trinken, Seihen, Gründeln, Badeverhalten) und zu schweren körperlichen Beeinträchtigungen (z.B. Schnabel- und Augenverkleben, schlechtere Gefiederzustand, gestörtes Wohlbefinden).