Das Geschäft mit der Tierhaut

Hinter viel zu vielen Aspekten im Leben des Menschen steckt Tierleid – oft auffällig, manchmal eher versteckt. Dass tierische Produkte, ob nun Fleisch, Milch oder Eier, nur durch Ausbeutung von Tieren in der Massentierhaltung auf den Speiseplan gelangen, ist inzwischen in einer breiten Öffentlichkeit angekommen. Auch, wenn es noch keine großen Veränderungen gebracht hat. Und auch, wenn Pelz absurderweise in den letzten Jahren wieder einen kleinen Aufschwung erlebt hat, ist der Irrsinn der Pelzgewinnung einem Großteil der Bevölkerung bewusst. Ein tierisches Produkt wird jedoch oft vergessen oder als nebensächlich betrachtet: Leder. Dabei ist der Unterschied nur oberflächlich.

(FOTO CREDIT: PETA)

Genauso wie tierische Produkte in Lebensmitteln, ist auch Leder oft nur unauffälliger Bestandteil vieler Gebrauchsgegenstände, die gekauft und benutzt werden. Ist es bei Lederschuhen, Handtaschen, Möbeln mit Lederbezug und ähnlichem noch offensichtlich, wird oft nicht an das Lederpatch an der Jeans, die Ledereinlagen in den Stoffschuhen oder das Leder-Armband an der Uhr gedacht. Für all dies fallen jährlich fast eine Milliarde Tiere der Lederindustrie zum Opfer – ob nun Rinder, Pferde, Schweine, Krokodile, Schlangen, Hunde oder Katzen. Das sind nur ein paar Beispiele für Tiere, die ihr Leben lassen müssen, damit dem Ruf der Menschen nach Leder nachgekommen wird. Denn obwohl Leder oft als reines Abfallprodukt der Fleischindustrie gesehen wird, ist diese Ansicht in der Realität zu simpel. Denn die Gewinnung von Leder macht die Zucht und Schlachtung von Tieren nur noch profitabler! Um das in Zahlen auszudrücken: Leder macht neben dem Verkauf des Fleisches knapp 50% des Gesamtgewinns aus einem Schlachttier aus! Und das bezieht sich “nur” auf die typischen Masttiere wie z.B. Rind und Schwein. Gerade exotische Tiere, wie Schlangen oder Krokodile, deren Leder als Luxusartikel gilt und dem besondere Eigenschaften nachgesagt wird, werden in ihren Herkunftsländern teilweise auf grausame Weise getötet, da es dort nur mangelhafte oder gar keine Tierschutzgesetze gibt. Nicht besser ergeht es Hunden und Katzen, die vor allem in asiatischen Ländern vielerorts nicht nur für Pelz sondern auch für Leder geschlachtet werden. Und ähnlich wie beim Pelz gilt auch hier: der Handel und Import solcher Felle oder Bestandteile in die EU ist seit 2009 verboten – eigentlich. Durch mangelhafte Kontrollen und fehlende Kennzeichnung gelangen Pelz und Leder von Hunden und Katzen aber doch immer wieder auch in westliche Länder.  Denn am Ende ist es auch immer wieder eine Frage der Nachfrage und des Geldes – ob bei Fleisch, Pelz oder Leder. Und die Tiere sind die leidtragenden.

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Dabei gibt es auch für Leder nicht erst seit kurzem enorm viele und immer bessere Alternativen. Denn Leder ist nicht nur wegen seiner Verfügbarkeit sondern auch wegen der Eigenschaften so beliebt. Robust, langlebig, wind- und wasserabweisend – das sind nur einige Vorteile, die alternative Materialien lange nicht hatten. Doch werden Kunstlederprodukte in Sachen Qualität und Nachhaltigkeit immer besser – auch ein Zeichen dafür, dass auch hier langsam ein Umdenken stattfindet. Immer mehr Firmen haben sich so auf die Herstellung von Lederalternativen spezialisiert. Recyceltes Plastik, Kunstfasern oder pflanzliche Gewebe aus Kork, Hanf oder Ananas – all das kann als Rohstoff für veganes Leder bilden, welches seinem tierischen Vorbild in nichts nachsteht. Und auch die verarbeitende Industrie nimmt dies immer mehr an. Ob Schuhhersteller, Textilproduzenten oder Bekleidungsgeschäfte selbst – immer mehr spezialisieren sich auch in diesem Bereich auf tierleidfreie Produkte ohne Leder. Man kann nur hoffen, dass diese Entwicklung so weitergeht und in der Zukunft Tiere auch nicht mehr wegen Leder für uns Menschen leiden müssen!

Das können Sie tun!

Indem Sie tierische Textilprodukte durch pflanzliche Alternativen ersetzen, können Sie selbst jederzeit aktiv werden und so die Tiere vor den grausamen Bedingungen in Schlachthäusern bewahren. Unterstützen Sie uns mit einer Spende, damit wir uns weiterhin für mehr Tierrechte einsetzen können.