Demo – Schließung von Brandenburgs letzter Nerzfarm gefordert.

Aktion gegen die Nerzfarm in Frankenfoerde

Am 19.04.2012 haben Tierschutzaktivisten des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V. vor dem Brandenburger Umweltministerium in Potsdam demonstriert. Sie forderten die Schließung der Nerzfarm in Frankenförde. Dort werden Hunderte Nerze unter Bedingungen gehalten, die den tierschutzrechtlichen Mindestanforderungen nicht entsprechen. Mit Fotos von Nerzfarmen und einem verstorbenen Nerz prangerten die Tierschützer die tierquälerischen Haltungsbedingungen an.

Im Jahr 2006 wurde vom Bundesrat eine neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung („Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung“) beschlossen, die auch bessere Haltungsbedingungen für Tiere auf Pelztierfarmen festschreibt. So soll Nerzen zukünftig mindestens 1 m² Platz zur Verfügung stehen. Für die Umsetzung wurde den Pelztierfarmbetreibern eine Übergangsfrist von 5 Jahren eingeräumt. Diese lief am 11.12.2011 aus.

Eine Recherche des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V. ergab, dass auf der Nerzfarm in Frankenförde (Brandenburg) noch immer Hunderte Nerze in den alten, kleinen Käfigen gehalten werden. Der Arbeitskreis erstattete daher im März dieses Jahres gegen den Betreiber der Nerzfarm Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Veterinäramt und Staatsanwaltschaft wurde entsprechendes Beweismaterial vorgelegt. Doch bis heute leiden die Nerze weiter unter den tierschutzwidrigen Bedingungen.

Um darauf aufmerksam zu machen, haben heute Aktivisten des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V. vor dem Brandenburger Umweltministerium in Potsdam demonstriert. Unter dem Motto „Nicht Nerze, sondern Tierquäler gehören hinter Gitter“ sperrten sie symbolisch einen „Nerzzüchter“ in einen kleinen Gitterkäfig. Stefan Klippstein, Pressesprecher des Arbeitskreises, erklärt: „Wir fordern, dass endlich geltendes Recht umgesetzt und die Nerzfarm in Frankenförde geschlossen wird. Es kann nicht angehen, dass die Behörden diese widerrechtlichen Haltungsbedingungen länger hinnehmen.“

Die Tierschützer zeigten zudem Fotos von der Pelzfarm in Frankenförde und einen dort verstorbenen Nerz. Diesen fanden sie bei ihrer Recherche in einer frei zugänglichen Kadavertonne. Seine klaffenden Wunden zeigen deutlich, unter welch tierquälerischen Bedingungen die Nerze in Frankenförde leiden müssen.

Video von der Aktion:

Weitere Informationen, Fotos, Zeitungsbericht und ein Video zu Nerzfarm Recherche in Frankenförde finden Sie hier: LINK