Deutsches Tierschutzbüro warnt vor Pelzmützenkauf am Berliner Alexanderplatz

Deutsches Tierschutzbüro warnt vor Pelzmützenkauf am Berliner Alexanderplatz

Verkaufsstände am Berliner Alexanderplatz bieten Mützen aus Hundefell an. Dem Deutschen Tierschutzbüro liegen Ergebnisse einer Untersuchung vor, die bestätigen, dass es sich bei dem Pelz um Hundefell handelt. Der Import von Hundefellen in die EU ist jedoch verboten und sollte auch entsprechend kontrolliert werden. Eine schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus bestätigte nun: Gegen sechs Händler wurden Verfahren eingeleitet.

Wie dem Deutschen Tierschutzbüro bereits Mitte des Jahres bestätigt wurde, handelt es sich bei den am Alexanderplatz zum Verkauf angebotenen Pelzmützen um Hundefell. Zuerst wurde angenommen, dass die Mützen aus Wolfsfell bestehen, doch molekularbiologische Untersuchungen ergaben, dass es sich nur um das Fell von Haushunden handeln kann. Dem Deutschen Tierschutzbüro liegen die Ergebnisse eines unabhängigen Labors vor, welches die Untersuchungen durchführte.

Nach einer schriftlichen Anfrage des tierschutzpolitischen Sprecher der CDU Alexander J. Herrmann beim Berliner Abgeordnetenhaus am 23. November 2015 ist nun bekannt, dass Verfahren gegen sechs Händler eingeleitet wurden, aber noch nicht abgeschlossen seien. Zudem ist der Berliner Senat der Meinung, dass der Handel von illegalen Fellen nur durch stärkere Kontrollen der Einfuhren in die EU und die Aufklärung potenzieller Kunden eingeschränkt werden könne.

In der EU-Verordnung Nr. 1523/2007 ist in Artikel 3, das in Verkehr bringen von Hunde- und auch Katzenfellen in die EU verboten. Das Deutsche Tierschutzbüro ist bestürzt über die offenbar mangelhaften Kontrollen und fragt sich, wie es zu diesem eklatanten Vorfall kommen konnte. Die meisten Hunde, von denen dieses Fell stammt, werden unter grausamsten Bedingungen gehalten, um erdrosselt, vergast oder erschlagen zu werden. Da selbst ein gut gemachter Kunstpelz oft teurer ist, als billig in China hergestellter Echtpelz, gelangen immer wieder vermutlich falsch etikettierte Produkte aus Hunde- und Katzenfell nach Europa. Als Deko an Kapuzen, Mützen und Schuhen gelangt dieser Pelz in Deutschland möglicherweise als Kunstpelz auf dem Markt.

Presseberichte (Auswahl)
Berliner Kurier (07.12.2015)

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