Die grausame Tierquälerei hinter der Wollproduktion

Während Pelz zwar immer noch viel zu viel produziert, verkauft und getragen wird aber die tierquälerischen Hintergründe immer mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit kommen, fehlt die kritische Auseinandersetzung mit Wolle noch fast vollständig. Stattdessen wird Wolle oft als besonders natürliches und gutes Naturprodukt dargestellt, mit dessen Gewinnung wir den Tieren doch sogar einen Gefallen tun würden. Dabei sieht die Realität, wie so oft, ganz anders aus. Denn auch Wolle ist direkt mit Tierquälerei und Ausbeutung verbunden.

Foto Credit: PETA

Viele Menschen denken auch heute noch, dass die Tiere, ganz besonders Schafe, doch geschoren werden müssten und wir daher auf tierfreundlichem Weg an Wolle kommen. Dabei würden sie ohne menschliches Zutun auch nur soviel Wolle produzieren, wie sie zum Schutz vor extremen Temperaturen benötigen. Der Mensch hat den Tieren über die Zeit jedoch den natürlichen Fellwechsel weggezüchtet, was das Scheren erst nötig macht – und dies ist meist mit Verletzungen und Qual verbunden. In Australien, dem größten Produzenten von Wolle, werden viele Millionen Merinoschafe gezüchtet, die extrem faltige Haut haben, damit ihnen noch mehr Haare wachsen – und somit mehr Profit gemacht werden kann. Allerdings sind die Hautfalten ein beliebtes Ziel von Fliegen, die dort ihre Larven legen und die Schafe buchstäblich von innen auffressen. Die Lösung ist mitnichten die Züchtung von Tieren mit weniger Haut und Wolle, sondern das Herausschneiden von großen Stücken Haut aus den Hinterteilen der Tiere, an denen sich die Fliegen ansetzen sollen – ein Prozedere, das sich “Mulesing” nennt. Man kann sich die Schmerzen und das Leid, das damit für die Tiere verbunden ist, nur bedingt vorstellen.

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Doch nicht nur Merinoschafe, sondern alle Tiere der Wollproduktion leiden extrem. Bei der Schur selbst werden die Tiere fixiert, gequält und häufig durch die extreme Akkordarbeit stark verletzt. Das betrifft nicht nur Schafe sondern auch andere Tiere der Wollproduktion, wie Alpakas, Angora-Kaninchen, Cashmere- oder Mohair-Ziegen. Und wenn sie nicht mehr genug Wolle abgeben, steht ihnen oft ein langer und elendiger Tiertransport bevor, an dessen Ende der Schlachthof. Und auch für die Umwelt ist die Wollproduktion fatal – neben enormen Flächen, die benötigt werden, extremer Wasserverschmutzung und dem riesigem Futterbedarf, werden auch viele Pestizide gegen den Insektenbefall eingesetzt, die die Umwelt angreifen und verschmutzen. Noch dazu wird auch die bereits gewonnen Wolle mit Insektenschutzmitteln besprüht. Es sollte also klar sein, dass Wolle zu 100% abzulehnen ist – für die Tiere und die Umwelt! Und das sollte in der heutigen Zeit, in der, neben Baumwolle und Leinen, immer mehr rein pflanzliche Stoffe, wie Hanf, Viskose oder Sojaseide, verfügbar sind, kein Problem sein.

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