Die Situation von Bienen in der Massentierhaltung

In den letzten Jahren bekamen sie und ihre Probleme endlich etwas mehr Aufmerksamkeit: die Bienen. Gefördert durch ein massives Bienensterben und intensivere öffentliche Aufklärung, ist es inzwischen relativ bekannt, dass Bienen dringend geschützt gehören – unter anderem, da ohne sie unsere Umwelt und der ganze Planet bald nicht mehr so existieren würden, wie wir es heute kennen. Allerdings sind sich die meisten gar nicht darüber bewusst, dass auch daran der Mensch den größten Anteil hat. Denn auch Bienen werden inzwischen in Massenzucht gehalten und ausgebeutet. Und das nur, um dem Konsumverhalten des Menschen gerecht zu werden.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Honig und Bienenwachsprodukte zum größten Teil auch durch Massentierhaltung, und den damit verbundenen ausbeuterischen Mechanismen Tieren gegenüber, entstehen. Der Nektar, den Pflanzen als Lockmittel für Bestäuber produzieren, nutzen Bienen, um ihr Volk am Leben zu erhalten – denn aus den Nektartropfen stellen sie Honig her, um sich selbst und die Jungen der Bienenkönigin zu ernähren. Bis zu 10.000 Blumen fliegt eine Biene so am Tag an – um in ihrer gesamten Lebenszeit nur ein bis zwei Teelöffel Honig zu produzieren. Diesen macht sich jedoch der Mensch zu eigen. Durch die Honigindustrie werden Bienen in unnatürlichen Bedingungen gehalten, genetisch manipuliert und sogar Tiertransporte sind auch bei Bienen ein großes Thema. So werden die Bienen am Ausschwärmen – ein Vorgang, bei dem sich Bienenstöcke auf Grund einer neuen Königin aufteilen – gehindert. Die Königinnen selbst werden in der Honigindustrie auch nicht selten schon nach kurzer Zeit getötet und durch produktivere Nachkommen ersetzt. Die Verbreitung und Umteilung der Bienenstöcke bleibt in der Hand der Menschen. Auch werden die Bienenköniginnen künstlich befruchtet, was meist mit großem Leid verbunden ist. Außerdem ist die Entnahme des Honigs nichts anderes als Diebstahl und Ausbeutung: Der Honig dient den Bienen als Nahrungsquelle und schützt sie vor Milben und anderen Krankheiten. Die Ersatznahrung, meist billiges Zuckerwasser, die sie vom Imker erhalten, macht die Tiere jedoch anfälliger gegenüber äußeren Einflüssen.
Und dann wäre da auch noch die Rauch-Methode, die oft als beruhigendes Mittel verklärt wird – dabei räuchern die Imker die Bienenstöcke aus, damit diese aus Panik mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind und so nicht bei der Entnahme des Honigs stören können.

Natürlich gibt es auch Unterschiede bei der Imkerei und der Honiggewinnung. Nicht jede Form der Bienenhaltung ist gleich schlimm und ausbeuterisch. Auch hier gibt es starke Unterschiede zwischen deutschem und nicht-deutschem Honig, sowie zwischen der konventionellen oder ökologischen Gewinnung. Am Ende ist es jedoch trotzdem Diebstahl an den hart für sich selbst arbeitenden Bienen, verbunden mit zweifelhaften Methoden. Und auch das Argument, dass durch die Imkerei die dringend nötigen Bienen erhalten und unterstützt werden ist nicht zu 100% haltbar: es gibt einen großen Unterschied zwischen Honig- und Wildbienen! Die Honigbienen sind ganz klar für die Honigproduktion optimiert, während Wildbienen viel produktiver bei der Bestäubung sind. Daher setzt die Industrie aber trotzdem auf die Honigbienen, die jedoch auch wesentlich stärker anfällig für Krankheiten und das momentan herrschende Bienensterben sind. Kurzfristig ist es somit natürlich gut, mehr Bienen zu erhalten – langfristig wird dies jedoch zu noch mehr Problemen führen. Man sieht also, dass auch der Konsum von Honig oder Bienenwachs nicht zu 100% vereinbar mit einem tierleidfreien Leben ist. Ein Umstieg zu Alternativen, wie Agavendicksaft, Zuckerrübensirup oder Löwenzahn-”Honig” tut also am Ende etwas für die Tiere und die Umwelt! 


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