Neue Recherche: was steckt hinter den gefärbten Ostereiern?

Das Osterfest steht unmittelbar vor der Tür und damit einher geht der Verkauf und Konsum von noch mehr Eiern, als es weltweit eh schon üblich ist. Über die Jahre ist es auch vollkommene Normalität geworden, dass man an vielen Läden des Einzelhandels bereits gefärbte und gekochte EIer findet – die zu Ostern natürlich reißenden Absatz finden.

Durch die in den letzten Jahren immer wieder aufgedeckten (und unvermeidbaren) Skandale um Hühnereier, versuchen immer mehr Menschen zumindest darauf zu achten, Eier aus Freiland- bzw. Bio-Haltung zu kaufen. Denn, dass Käfig- und Bodenhaltung extrem tierquälerisch vonstatten geht, ist immer mehr Menschen bewusst. Das ist inzwischen auch bei den gefärbten Eiern der Fall und auch hier wird immer mehr mit einer “guten” Haltung geworben. Doch bei einem Konsum von Bio-Eiern, der inzwischen jährlich in die Millionen geht, sollte klar sein, dass das Bild von der “Bauernhof-Idylle” auch hier nicht aufrecht zu erhalten ist. In unserer neuesten Recherche haben wir daher nachgeforscht, wo die gefärbten Ostereier wirklich herkommen und wie weit es dabei wirklich mit der angeblichen Bio-Haltung aussieht.

Aus drei Betrieben liegt uns dafür aktuelles Bildmaterial vor, das zeigt, wo die gefärbten Ostereier wirklich herkommen. Dabei sieht man, dass die dort gehaltenen Tiere unnötiges Leid erfahren: sie sind verletzt; von Milben befallen und teilweise sieht man auch tote Tiere zwischen ihren Artgenossen. Die Anlagen halten 12.000 Tiere, die auf Gitterböden stehen müssen – von der klassischen Vorstellung eines Bio-Betriebes, wie ihn die meisten Menschen vor sich sehen, hat das wenig zu tun. Und: obwohl der Auslauf der Tiere ab dem frühen morgen gesetzlich abgesichert wäre, werden sie in der Praxis viel später aus der Enge befreit. Denn so werden die Eier im Nest abgelegt und nicht außerhalb der geschlossenen Anlage – Bequemlichkeit und Wirtschaftlichkeit sind wieder einmal wichtiger als Lebensqualität für die Tiere. Vertrieben werden die Eier unter anderem von namhaften ökologischen Marken – diese traurige Realität zeigt aber wieder einmal, dass wirklich jedes Ei Tierquälerei ist.

PS: Das neue Material zeigte die SWR-Sendung “Marktcheck” am 16. April um 20.15 Uhr, hier finden Sie einen Mitschnitt der Sendung.