Wir zeichnen den Oldenburger Schlachthofbetreiber Goldschmaus mit dem “Blutigen Märchenbuch” aus

Wahrscheinlich haben viele noch die Bilder der Zustände im Oldenburger Skandal-Schlachthof im Kopf, die wir im November vergangenen Jahres an die Öffentlichkeit gebracht haben. In der riesigen Oldenburger Anlage wurden die angelieferten Rinder an jeder Station der Schlachtung gequält – sie wurden geschlagen, unzureichend betäubt und offenbar bei Bewusstsein getötet. Und das, obwohl die Schlachtung an sich schon das qualvolle und unnötige Ende eines jeden Tierlebens ist. Erst vor wenigen Wochen hat auch ein rechtliches Gutachten noch einmal bestätigt, dass die Tiere in Oldenburg offensichtlich gequält wurden – und das nicht nur von den Schlachthofmitarbeiter, sondern auch unter Aufsicht des Personals des Veterinäramtes! Bis heute dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft an und wirkliche Verantwortung für die Vorfälle hat niemand übernommen.

Stattdessen kam kurz vor Ostern diesen Jahres diese Nachricht: der Schlachthof wird nach ein paar Monaten der Stilllegung wieder in Betrieb genommen! Verkündet hat das der Fleisch- und Wurstproduzent “Goldschmaus” – der größte Abnehmer des Oldenburger Schlachthofs und, wie es offiziell heißt, der neue Besitzer des Betriebs. Wie wir jedoch schon zu Beginn unserer Veröffentlichung aufzeigten: Goldschmaus war auch schon bei der Entstehung des Videomaterials zu 50% Miteigentümer des Schlachthofes und damit für die Tierquälerei mitverantwortlich! Doch statt zu dieser Verantwortung zu stehen, schob Goldschmaus alles auf den Schlachthof selbst. Und erklärte sich nun als Retter und “Tierschützer”, da dass Unternehmen den Schlachthof nach den Skandalen übernommen und nun zu einem modernen und tierschutzgerechten Betrieb umgebaut hätte!

 

Diese zusammengestrickte Märchengeschichte wollen wir dem Unternehmen nicht durchgehen lassen. Daher haben wir Goldschmaus nun mit dem “Blutigen Märchenbuch” ausgezeichnet, um die Rolle des Fleischproduzenten in dem großen Skandal klar zu machen und sie nicht aus der Verantwortung zu entlassen! Wir haben versucht, den Preis während einer Protestaktion direkt vor dem Schlachthof an Verantwortliche zu übergeben, doch bis auf den Pförtner war niemand bereit, ihn entgegen zu nehmen. Wir hoffen allerdings, dass wir so noch einmal klar machen konnten, dass der angeblich neue Betreiber gar nicht neu ist und genauso in die grausame Tierquälerei verstrickt war – denn wir lassen uns keine Märchen auftischen.

Medienberichte (Auswahl):
SAT.1 TV-Bericht vom 07.05.2019
NDR TV-Bericht vom 07.05.2019 (ab Minute 12:42)
MDR Online-Bericht vom 07.05.2019
Münsterländische Tageszeitung vom 07.05.2019