Größte Schweinemast Niedersachsens

Größte Schweinemast Niedersachsens

Vor mehr als zwei  Jahren hat das Deutsche Tierschutzbüro erschreckendes Bildmaterial aus der größten Schweinemast Niedersachsens veröffentlicht. Der Mastbetrieb liegt in Sustrum, im Landkreis Emsland. Verteilt auf drei Hallen wurden dort ca. 15.000 Tiere gehalten. In der kleinen Ortschaft leben etwa 10-mal mehr Schweine als Menschen. Die Videoaufnahmen von damals zeigen, wie Tiere dicht gedrängt aneinander und in ihrem eigenen Kot stehen mussten. Viele der Tiere waren schwer verletzt, das Videomaterial zeigt Tiere mit riesigen Tumoren und Abszessen. Einige der Tiere waren bereits tot.

Am 23.01.2023 kommt der Fall vor Gericht, wir rufen zur Demo auf!

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Schockierende Zustände

Das Material, das uns aus dem Juli 2020 vorliegt, schockiert! Teilweise konnten sich die verletzten Tiere nur noch humpelnd fortbewegen. Viele der Tiere hätten damals dringend tierärztlich behandelt werden müssen. Eine gesetzlich vorgeschriebene Krankenbucht war auf den Bildern nicht zu erkennen. Ganz offensichtlich kam der Betreiber seiner Fürsorgepflicht hier nicht nach und ließ die Schweine einfach leiden.

In dem Betrieb werden ca. 45.000 Schweine pro Jahr gemästet. Damit ist die Mastanlage die größte Schweinemast Niedersachsens. Nach Recherchen des Deutschen Tierschutzbüros waren damals die Hauptabnehmer der Schweine die Firma Tönnies in Sögel und Vion in Emstek. Nach Bekanntwerden der Missstände haben beide Firmen die Abnahme der Tiere eingestellt. 

 

Trinkwasser bewusst abgestellt

Besonders erschreckend war, dass in den beiden dokumentierten Nächten im Juli 2020 das Trinkwasser der Tiere offenbar ganz bewusst vom Betreiber abgestellt wurde. Es handelt sich hierbei um eine genauso beliebte wie grausame Methode in der Schweinemast. Gesetzlich ist diese Praktik verboten! Ziel ist es, dass die Tiere am nächsten Morgen schneller einen hochkalorischen Futterbrei aufnehmen. Je schneller die Tiere fett werden, desto mehr Profit macht der Betreiber. 

 

Gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen

Es wurde auch noch an anderen Stellen gegen das Gesetz verstoßen. An einigen Stellen wurden die gesetzlichen Vorgaben von max. 2 cm Spaltenbreite nicht eingehalten. Diese waren zum Teil ca. 10 cm groß – eine absolut nennenswerte Verletzungsgefahr für die Tiere. Vermutlich bestand dieser bauliche Missstand schon seit Errichtung der Mastanlage vor etlichen Jahren. Offenbar fanden in dem Betrieb kaum Kontrollen statt oder es wurde einfach nicht richtig hingeschaut. Dabei handelt es sich bei dieser Schweinemast sogar um einen QS-zertifizierten Betrieb. QS ist ein Prüfzeichen für Lebensmittel, das auf vielen Fleischprodukten im Supermarkt zu finden ist. 

 

Veterinäramt bestätigt die Missstände

Aus im Mastbetrieb vorgefundenen Unterlagen war erkennbar, dass viele der Tiere an Durchfall und Lungenentzündungen litten, teilweise 50 % aus einer Bucht. Behandelt wurden diese Tiere mit Antibiotika. Die Missstände in dem Betrieb waren so schockierend, dass noch am gleichen Tag, als die Aufnahmen entstanden sind, das zuständige Veterinäramt in Meppen informiert worden ist. Dies erfolgte Ende Juli 2020. Bei einer anschließenden, unangemeldeten Kontrolle durch das Veterinäramt wurden die beschriebenen Verstöße ebenfalls festgestellt, das Amt informierte daraufhin die zuständige Staatsanwaltschaft in Oldenburg. 

 

Es geht vor Gericht

Auch das Deutsche Tierschutzbüro hatte eine umfangreiche Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg erstattet, die daraufhin die Ermittlungen aufnahm. Im Sommer 2022 wurde  gegen zwei der Verantwortlichen der Schweinemastanlage Strafbefehl über je 165 Tagessätze erlassen. Gegen diese Strafbefehle wurde Widerspruch eingelegt, daher kommt es am 23.01.2023 vor dem Amtsgericht Papenburg (Niedersachsen) zur Verhandlung. Ab 90 Tagessätze gilt man in Deutschland als vorbestraft. Das Deutsche Tierschutzbüro plant für den 23.01.2023 eine Demonstration vor dem Amtsgericht in Papenburg. Wer Tiere so misshandelt, muss auch bestraft werden! Bitte teile den Aufruf und komm vorbei.

 

Demonstration:

Wann: 23.01.2023 ab 7:30 Uhr
Wo: Vor dem Amtsgericht Papenburg (Hauptkanal Links 28, 26871 Papenburg)
Was: Aktive vom Deutschen Tierschutzbüro werden mit Bildern und einem Megaphon auf die Tierquälerei in dem Mastbetrieb aufmerksam machen und hoffen auf eine Verurteilung.
Zur Demo: hier entlang.

 

Update (11. November 2022) Achtung! Wichtiges Update: Wie wir kurzfristig erfahren haben, wurde der Gerichtstermin am 22.11. aufgehoben und auf den 23.01.2023 verschoben. Daher findet unsere geplante Demo am 23.01. um 7:30 Uhr vor dem Amtsgericht in Papenburg statt.

 

Weitere Informationen zu dem Fall: https://www.tierschutzbuero.de/toennies-tierqual/

 

2020 hat auch RTL Stern TV über den Fall berichtet, hier findest Du einen Mitschnitt der Sendung:

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