KaDeWe nimmt nach Protesten Kaninchenqualfleisch aus dem Sortiment

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Nachdem wir über Monate mit immer neuen Aktionen gegen den Verkauf von Kaninchenqualfleisch im Luxuskaufhaus KaDeWe protestiert haben, hat das Berliner Warenhaus jetzt eingelenkt. Das Fleisch aus dem umstrittenen Kaninchenschlachthof in Beelitz wird Ende der Woche aus dem Sortiment genommen.

An Ostern dieses Jahres gelang es den Tierschützern des Vereins Deutsches Tierschutzbüro e.V., heimlich in einer industriellen Kaninchenmast und in einem Kaninchenschlachthof zu filmen.
Die Bilder, die dabei entstanden, sorgten in ganz Deutschland für Empörung: Kaninchen dicht zusammengepfercht in kleinsten Drahtgitterkäfigen, unter denen sich Kotberge in Pfützen von Urin türmen. Der schmale Draht schneidet ihnen tief in die empfindlichen Pfoten, jegliches normale Verhalten, wie hoppeln, Haken schlagen oder ein Nest bauen, ist in der drangvollen Enge unmöglich.
In einem Schlachthof in Beelitz konnten die Tierschützer dokumentieren, wie die Tiere nach nur wenigen Lebensmonaten wie am Fließband getötet werden. Ein Tier nach dem anderen wird an den Ohren gepackt, betäubt, getötet und gehäutet, während die verängstigten Artgenossen in unmittelbarer Nähe warten.

Wiedergefunden haben die Tierschützer des Deutschen Tierschutzbüros e.V. das Kaninchenqualfleisch u. a. in der Delikatessenabteilung des KaDeWe in Berlin. „Wir haben der Geschäftsleitung daraufhin unsere Rechercheunterlagen gesandt und sie gebeten, das Fleisch aus dem Sortiment zu nehmen“, berichtet Stefan Klippstein, Pressesprecher des Deutschen Tierschutzbüros e.V. Doch das KaDeWe reagierte nicht. Daraufhin rief der Verein seine Förderer zu einer Mail- und einer Telefonprotestaktion auf. Tausende folgten dem Aufruf und schrieben dem KaDeWe oder riefen dort an, doch das Kaufhaus reagierte nicht.
Letzte Woche schließlich entschieden sich die Tierschützer zu einer außergewöhnlichen Aktion. Mitten im KaDeWe, direkt vor der Kühltheke mit dem Kaninchenfleisch, hielten Aktivisten des Deutschen Tierschutzbüros e.V. Fotos aus dem Horrorschlachthof in Beelitz und aus der industriellen Kaninchenmast hoch. Die Kunden reagierten schockiert, was wohl letztlich dazu geführt hat, dass nun auch das KaDeWe eingelenkt hat.

„Uns wurde schriftlich mitgeteilt, dass das KaDeWe zukünftig kein Fleisch mehr aus dem Kaninchenschlachthof in Beelitz anbietet“, berichtet Stefan Klippstein. Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. begrüßt diese Entscheidung des KaDeWe.

Bereits gestern haben die Tierschützer vom Deutschen Tierschutzbüro e.V. die Supermarktketten Kaiser’s, Karstadt und Netto kontaktiert und um Auslistung des Kaninchenqualfleischs gebeten. „Sollten wir bis Ende der Woche nichts von den Supermärkten hören, werden wir zum Boykott aufrufen“, so Stefan Klippstein abschließend.