Kükenschreddern bleibt blutiger Standard in der Eierindustrie

Kükenschreddern: Massentierhaltung sorgt für Tierleid mit System!
6 bis 12 Hennen pro Quadratmeter, bis zu 3.000 Legehennen in einem Raum – was klingt wie ein Horrorszenario aus der Massentierhaltung ist in Wahrheit die aktuell gültige Haltungsvorschrift für Biobetriebe, die nach der EU-Öko Verordnung Eier des Haltungssystems 0, also Eier aus ökologischer Erzeugung, produzieren. In den konventionellen Betrieben ist die maximale Anzahl der Hühner in einem Raum tatsächlich gar doppelt so hoch!

Jedes Mitgefühl verloren
Bei diesen Rahmenbedingungen wundert es nicht, dass Tierschutz oder Tierrechte kaum mehr eine Rolle spielen und Quälereien, wie das Schnabelkürzen und eben das Kükenschreddern als Alltag empfunden werden. Ob bio oder konventionell, die Erzeugung von Eiern fordert jedes Jahr allein in Deutschland ca. 45 Millionen tote männliche Küken. Hintergrund: Da in der heutigen Tierhaltung alles auf Hochleistung und maximale Ausbeutung der Tiere getrimmt ist, gibt es für jedes tierische Produkt speziell darauf gezüchtete Tierrassen. So legt ein Huhn fast jeden Tag ein Ei. Eierlegende Hühner eignen sich daher nicht zur Fleischproduktion, da diese kaum oder zu langsam auf die Mast reagieren und sogenannte „Masthühner“ haben wiederum eine schlechte Legeleistung. Aus diesem Grund werden heute nahezu alle männlichen Küken der eierlegenden Hühnerrassen am Tage ihrer Geburt durch Vergasung getötet oder noch lebend in einen Fleischwolf geworfen. Auf diese Weise werden jedes Jahr 330 Millionen Eintagsküken in Europa geschreddert, weltweit sind es gar 2,5 Milliarden!

Keine Lösung in Sicht
Wieder einmal spielen Industrie und Politik auf Zeit. Obwohl bereits technische Lösungen bereit stehen, männliche von weiblichen Embryonen frühzeitig zu unterscheiden, lange bevor ein empfindungsfähiges Lebewesen herangewachsen ist, werden diese zur Zeit nicht genutzt. Die daraus entstehenden Mehrkosten von ca. 1 Cent pro Ei werden als Verweigerungsgrund vorgeschoben. Das verantwortliche Ministerium wiederum ist unfähig, eine Verpflichtung zum Wohle der betroffenen Tiere einzuführen. Zu nahe steht man hierfür den verantwortlichen Unternehmen und folgt deren Lobby-Vorgaben.
Parallel entstehen Konzepte wie z.B. die Initiative „Bruderhuhn“. Hier wird dafür geworben, dass der Verbraucher freiwillig einen Mehrpreis auf Eier akzeptiert und dafür die männlichen Küken ebenfalls mit aufgezogen werden. Was viele Verbraucher in ihrer gut gemeinten Entscheidung nicht beachten, ist die Tatsache, dass nach kurzer Mastzeit auch diese Tiere ein trauriges Ende im Schlachthaus erwartet. Nüchtern betrachtet verlängert sich somit die Leidenszeit der betroffenen Hühner um einige Wochen ohne weiteren Sinn.

Wir sind wieder unterwegs um aufzuklären
Um auf das Problem des Kükenschredderns hinzuweisen, touren wir einmal mehr durch Deutschland. Verkleidet als unschuldiges Bauernpaar vom Lande bieten wir in verschieden Städten unsere „guten Eier“ in Fußgängerzonen an. Selbstverständlich wollen wir jedoch nicht mit einer vorgegaukelten Landidylle trügen, dafür sind andere zuständig. Aus diesem Grund haben wir auch ausreichend geschredderte Küken dabei, um unseren Gesprächspartnern die Lust aufs Frühstücksei so richtig zu verderben. Dabei zeigen wir ihnen auch Lösungen auf, wie sich dieses unnötige Tierleid sofort und vollständig vermeiden lässt.
Kämpfen Sie mit uns für mehr Tierrechte und unterstützen Sie uns mit einer Spende, damit wir uns weiterhin für die Aufklärung und das Ende des millionenfachen Tötens der Eintagsküken einsetzen können.

Was können Sie tun?
Indem Sie Eier und eihaltige Produkte durch pflanzliche Alternativen ersetzen, können Sie selbst jederzeit aktiv werden und so Küken vor der grausamen Tötung bewahren. Egal ob Rührei, als bindende bzw. lockernde Zutat in Teig und Kuchen oder Eischnee, Eier lassen sich in nahezu jedem Rezept problemlos ersetzen. Hier in Kürze nur einige Beispiele.

Rührei:
Öl in der Pfanne erhitzen, evtl. Zwiebelwürfel anbraten, Tofu (natur) mit Gabel zerdrücken und kurz mit anbraten, würzen mit Kala Namak (verleiht dem Gericht den charakteristischen Ei-Geschmack, auch bekannt als schwarzes oder indisches Salz), Pfeffer, süßer Paprika, Kurkuma (verantwortlich für die sanft gelbe Färbung des Tofus), etwas gemahlener Knoblauch und Muskat. Mit frischen Kräutern nach Geschmack garnieren. Wer keinen Tofu mag, kann das Ganze auch völlig ohne zu kochen mit einer Avocado zubereiten.

Im Teig:
Egal ob Kuchen oder herzhafter Teig. Eier lassen sich in jedem Rezept einfach mit Soja- oder Lupinenmehl ersetzen. Einfach für jedes Ei einen schwach gehäuften Esslöffel Soja- bzw. Lupinenmehl mit wenig Wasser verrühren und dann wie gewohnt verarbeiten.

Eischnee:
Aquafaba, das ist das Koch- bzw Einweichwasser von Hülsenfrüchten und lässt sich wie Eiklar zu Schaum schlagen. Am besten eignet sich das Abgießwasser von Kichererbsen Konserven. Das Schlagen dauert wesentlich länger als das schlagen von Eiklar, jedoch das Ergebnis überzeugt und mit etwas Übung lassen sich Eischnee, Baiser und Makronen problemlos vegan herstellen.

Weitere leckere Rezeptideen bieten wir hier auf unserer Website.