Anbindehaltung von Milchkühen – Deutsches Tierschutzbüro sammelt tausende Unterschriften für ein Verbot

Landwirtschaftsausschuss des Bundesrats entscheidet über Anbindehaltung von Milchkühen -- Deutsches Tierschutzbüro sammelt tausende Unterschriften für ein Verbot

Mit einer aktuellen Petition unterstützt das Deutsche Tierschutzbüro e. V. den Verbotsantrag der hessischen Landestierschutzbeauftragten. Demnach dürfen Milchkühe nicht mehr länger das ganze Jahr über angebunden werden.

Die ganzjährige Anbindehaltung bei Kühen ist in Deutschland noch immer erlaubt. Insgesamt wird über ein Viertel der Kühe im gesamten Jahr fest angebunden im Stall gehalten. Diese Haltungsform schränkt die Tiere extrem in ihrem natürlichen Verhalten und ihrer Bewegungsfreiheit ein. „Ganzjährige Anbindehaltung von Rindern entspricht definitiv nicht mehr den Vorgaben des Tierschutzgesetzes und ist nicht mit dem Gedanken des Tierschutzes als Staatsziel in Einklang zu bringen. Zu diesem Schluss kommen auch diverse juristische Ausarbeitungen, genauso wie fachwissenschaftlichen Arbeiten.“ so die Landestierschutzbeauftragte des Landes Hessen Frau Dr. Martin.

Hessen brachte Ende vergangenen Jahres einen Antrag im Bundesrat ein, der ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung fordert. Am kommenden Montag berät der Landwirtschaftsausschuss des Bundesrats über den Antrag, sollte der Ausschuss zu dem Ergebnis kommen, dass Handlungsbedarf besteht, würden in wenigen Wochen der Bundesrat über den Antrag abstimmen. Sollte es nach dem Willen des Lands Hessen gehen, würde das Verbot in Kombination mit einer Förderung für Laufställe einhergehen, wie es bereits in Bayern praktiziert wird. Das Deutsche Tierschutzbüro würde dieses „als Schritt in die richtige Richtung“ begrüßen, fordert aber gleichzeitig die gesamte Abschaffung der Anbindehaltung von Kühen. Denn der aktuelle Antrag würde das saisonale Anbinden von Kühen bewilligen.

Um die Forderungen der Landestierschutzbeauftragten Hessens zu unterstützen, startete das Deutsche Tierschutzbüro e.V. vor wenigen Tagen eine Petition, die sich an den Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt richtet. Bereits nach wenigen Tagen wurde die Petition von knapp 10.000 Menschen unterschrieben. „Es ist wichtig, die Verbraucher darüber zu informieren, dass Milch und Käse nicht von glücklichen Kühen auf der Weide kommen, sondern von permanent künstlich besamten Tieren stammt, eingepfercht in Ställe, wo sie sich nicht bewegen können und eine grüne Wiese höchstens erahnen können“ so der Gründer des Deutschen Tierschutzbüros Jan Peifer. Während seiner Recherchearbeiten war er bereits in vielen Betrieben, in denen Kühe in Anbindehaltung leben.

Die Petition wurde am 30. Mai 2016 im Bundestag übergeben. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.