Mitarbeiter des Arbeitskreises rettet verletztem Wildkaninchen das Leben

Jedes Jahr brauchen Tausende Wildtiere menschliche Hilfe. Spezialisierte und öffentlich finanzierte Auffangstation für solche Tiere gibt es jedoch nur selten. Das verletzte Wildkaninchen „Mäxchen“ hatte Glück, es wurde vom Stefan Klippstein (Mitarbeiter vom Arbeitskreis humaner Tierschutz & gelernter Tierpfleger) gefunden und kann schon bald wieder in die Freiheit entlassen werden.

Das Schicksal des kleinen Wildkaninchens “ Mäxchen“ nehmen wir zum Anlass, umgehend vom Senat in Berlin die Einrichtung und Finanzierung einer Wildtierauffangstation zu fordern, aber auch andere Städte und Kommunen fordern wir zum Handeln auf.

Hier der Bericht zur Rettung des Wildkaninchens „Mäxchen“

Glück im Unglück hatte am frühen Donnerstagmorgen (17.05.2012) ein nur wenige Wochen altes Wildkaninchen in Berlin. Halbtot kauerte es unweit der Siegessäule am Straßenrand und wurde immer wieder von zwei Krähen massiv attackiert. Dort entdeckte es Stefan Klippstein, Pressesprecher des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V., aus einem vorbeifahrenden Taxi heraus. Der gelernte Tierpfleger ließ das Taxi anhalten, hob das verletzte und verzweifelt schreiende  Tier auf und transportierte es in einem aus seinem T-Shirt gebastelten Nest ab.

Bei einer ersten Untersuchung stellte sich heraus, dass das kleine Kaninchen unterkühlt, ausgehungert und voller Ungeziefer war. Dank der fachkundigen Betreuung durch den Tierpfleger Klippstein hat sich „Mäxchen“, wie der Kleine getauft wurde, mittlerweile gut erholt und nimmt sogar schon feste Nahrung zu sich. Derzeit sucht der Arbeitskreis bundesweit nach einer Wildtierauffangstation, die bereits andere gleichaltrige Wildkaninchen betreut und eine Auswilderung für diesen Spätsommer vorbereitet.

„In Berlin fehlt eine solche Station“, erklärt Klippstein, „der Senat weigert sich vehement, eine Wildtierstation zu errichten und zu finanzieren, dabei ist eine solche Einrichtung dringend notwendig. Lediglich für Wildvögel gibt es eine von Naturschützern geführte Station, die Zuschüsse erhält. Verletzte Säugetiere werden hingegen von Jägern getötet oder von Tierärzten eingeschläfert, obwohl man sie problemlos aufziehen und auswildern könnte.“

Aus Sicht von Klippstein ist das ein Skandal. „Es sind vornehmlich menschliche Einflüsse wie der Autoverkehr, Bebauungsmaßnahmen oder Baumfällarbeiten, die dazu führen, dass Wildtiere in Not geraten“, so Klippstein, „daher ist es ethisch geboten, diesen Tieren zu helfen. Es kann nicht angehen, dass 10 Jahre nach der Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz Tiere getötet werden, weil an der Errichtung geeigneter Auffangstationen gespart wird!“

Privaten Rettungsversuchen steht der gelernte Tierpfleger Stefan Klippstein kritisch gegenüber: „Die richtige Aufzucht und Pflege von Wildtieren braucht sehr viel Fachwissen und Erfahrung zudem ist sie sehr Zeitintensiv. Dem kann man als Privatperson nicht gerecht werden.“ Ein Grund mehr, der die Einrichtung von Wildtierauffangstationen, unumgänglich macht.

UPDATE  02. Juni 2012

Knapp zwei Wochen ist die Rettung des jungen Wildkaninchen „Mäxchen“ her und es geht im mittlerweile richtig gut. Nach dem „Mäxchen“ die ersten Tage bei seinem Retter Stefan Klippstein (Pressesprecher des Arbeitskreises und gelernter Tierpfleger) verbrachte, konnten wir glücklicherweise einen Platz in einer privaten Wildtierauffangstation finden. In der privaten & ehrenamtlichen Auffangstation Lehnitz  wächst „Mäxchen“ jetzt unter Artgenossen auf und wird dabei auf sein Leben in Freiheit vorbereitet.

Zur zeit lebt das Wildkaninchen „Mäxchen“ in einer kleinen Gruppe mit gleichaltrigen Artgenossen in der er viel, für Tiere in seinem alter sehr wichtige,  Sozialkontakte hat, kann aber dennoch in Ruhe Kraft für die kommende aufregende Zeit in Freiheit tanken. Bevor es aber soweit ist, wird „Mäxchen“, sobald er etwas größer ist, noch einmal umziehen und zwar in das große Außengehege der Auffangstation. Hier wird er dann zusammen mit weiteren „wilden“ Artgenossen auf seine Freilassung auf die Wiesen Brandenburgs, die im Spätsommer stattfindet vorbereitet.

An dieser Stelle möchten wir uns noch mal herzlich bei dem Team von der Auffangstation Lehnitz bedanken!

Wir nehmen Mäxchens Schicksal zum Anlass und fordern eine bundesweite Einrichtung von Wildtierauffangstationen. Denn nicht nur in Berlin, wo sie der Senat vehement gegen die Errichtung und Finanzierung wehrt, sondern deutschlandweit fehlen solche Auffangstation. Lediglich für Wildvögel gibt es eine von Naturschützern geführte Station, die Zuschüsse erhält. Verletzte Säugetiere hingegen werden von Jägern getötet oder von Tierärzten eingeschläfert, obwohl man ihr Leben problemlos hätte retten können um sie dann wieder auszuwildern.


Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende, damit wir auch in Zukunft schnell handeln können wenn Tiere in Not sind.

Presseartikel:
Mäxchen gerettet! Rammler-Drama an der Siegessäule – Berliner Kurier (18.05.2012)