Nerzfarm Frankenförde (bei Berlin): Farmmitarbeiter greifen Tierschützer brutal an – Polizei durchsucht Nerzfarm nach verbotener Waffe

Auf der Nerzfarm in Frankenförde hat die blutige Erntezeit begonnen. Tausende Nerze werden dort vergast und gehäutet. Als Tierschützer des Vereins Deutsches Tierschutzbüro e.V. dies heimlich durch den Zaun fotografieren wollten, wurden sie von Mitarbeitern der Farm brutal angegriffen.

Köln/Frankenförde (bei Berlin), 25.11.2013. Im November beginnt auf den Pelztierfarmen in Deutschland die Erntezeit. So nennen die Züchter lapidar die Tötung und Häutung tausender erst wenige Monate alter Nerze.
Eine unvorstellbar grausame Prozedur, denn die Tiere werden vergast. Ein Tier nach dem anderen wird aus dem Käfig gezogen und in einer mobilen Gaskammer geschmissen. Einem Ratgeber für die Pelztierzucht ist zu entnehmen, dass das Gas die Nerze erst nach 130 Sekunden betäubt, nach weiteren vier Minuten tötet. Somit durchleidet jedes Tier rund zwei Minuten unvorstellbare Todesangst, inmitten von toten und sterbenden Artgenossen.

Stefan Klippstein ist Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbüro e.V. und hat dies auf der Nerzfarm Frankenförde aus nächster Nähe erlebt: „Die Tiere schreien um ihr Leben, in einer Lautstärke und Intensität, dass es jedem fühlenden Menschen das Herz zerreißt.“ Gemeinsam mit einem Fotografen hat er letzte Woche versucht die Vergasung der Nerze heimlich zu dokumentieren, um die Öffentlichkeit aufzurütteln.

Doch genau solche Aufnahmen versuchen die Pelzfarmbetreiber mit allen Mitteln zu verhindern. „Um die Farm herum lagen Holzbretter, die mit rostigen Nägeln gespickt und mit Moos getarnt waren“, berichtet Klippstein, „die waren wohl als Trittfallen gedacht, damit sich niemand auch nur dem Zaun nähert.“

Als die Tierschützer um die Farm herum gingen, wurden sie brutal angegriffen. „Plötzlich standen zwei Mitarbeiter der Nerzfarm vor uns, haben uns die Kamera entrissen und uns zu Boden geworfen. Mir ist es gerade noch gelungen die Notruftaste auf meinem Handy zu drücken“, berichtet Stefan Klippstein, „Immer wieder haben die Farmangestellten auf mich eingeschlagen und getreten. Als sie eine Schlagstock mit Tränengasfunktion hervorholten, kam endlich die Polizei.“

Stefan Klippstein ist seither in ärztlicher Behandlung. Er hat Hämatome am ganzen Körper, eine geprellte Rippe und eine Gehirnerschütterung. Trotzdem will er weiter dafür Kämpfen, das Leiden und Sterben der Nerze für die Pelzindustrie öffentlich zu machen. „Nur wenn die Öffentlichkeit erfährt, was auf den hermetisch abgeriegelten Pelzfarmen geschieht, wird diese Tierquälerei irgendwann ein Ende haben“, so Klippstein.

Gegen die Mitarbeiter der Nerzfarm Frankenförde wurde Anzeige wegen vorsätzlicher gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung erstattet (Tagebuchnummer 0378789/2013, Polizei Luckenwalde). Da es zum Einsatz einer verbotenen Waffe kam, Schlagstock mit Pfefferspray, wurde die Nerzfarm von der Polizei durchsucht und die Waffe sichergestellt.