Nerzfarmen stehen vor dem Aus! Demo in Münster

Am 09.03.2012 sind 30 Personen dem Aufruf des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V. gefolgt und haben unter dem Motto „Nicht Nerze, sondern Tierquäler gehören hinter Gitter“ vor dem Verwaltungsgericht in Münster demonstriert. Das Verwaltungsgericht musste sich heute mit dem Thema Nerztierzucht beschäftigen. Seit dem 12.12.2011 muss den Tieren deutlich mehr Platz zur Verfügung gestellt werden, doch die Betreiber halten sich nicht an die Verordnung. Aus diesem Grund überprüft der Arbeitskreis alle noch bestehenden Nerzfarmen auf die Einhaltung der Verordnung. Hält sich ein Betreiber nicht an die Vorgabe, stellt der Verein Strafanzeige, wie z.B. in Gütersloh und Borken.

Verwaltungsgericht Münster entscheidet für mehr Tierschutz in der Pelztierhaltung –  Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. begrüßt das Urteil als bundesweit wegweisend – Nerzfarm Borken und Hörstel stehen vor dem Aus!

Heute hat sich das Verwaltungsgericht in Münster gleich zweimal mit der Haltung von Nerzen auf Pelztierfarmen beschäftigt. Hintergrund ist eine neue Verordnung, die Nerzen wesentlich mehr Platz zubilligt und gegen deren Umsetzung zwei Pelztierzüchter aus NRW geklagt haben. Das Gericht entschied, dass die neue Tierschutzverordnung umgesetzt werden muss. Der Tierschutzverein „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“, der vor dem Gericht demonstrierte, spricht von einem Urteil mit bundesweiter Signalwirkung.

Vor sechs Jahren wurde vom Bundesrat eine neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung („Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung“) beschlossen, die auch bessere Haltungsbedingungen für Tiere auf Pelztierfarmen festschreibt. So soll Nerzen zukünftig mind. 1 m² Platz zur Verfügung stehen. Für die Umsetzung wurde den Pelztierfarmbetreibern eine Übergangsfrist von 5 Jahren eingeräumt. Diese lief am 11.12.2011 aus.
Zwei Nerzfarmbetreiber aus Nordrhein-Westfalen nutzten die letzten Jahre nicht, um ihre Farmen umzubauen. Bis heute halten sie in Borken und Hörstel Tausende Nerze in winzigen Gitterkäfigen. Gegen die Umsetzung der neuen Vorschriften haben sie geklagt. Diese Klagen wurden heute vor dem Verwaltungsgericht Münster verhandelt.

Keinerlei Verständnis für das Verhalten der Pelztierzüchter und die Tatenlosigkeit der zuständigen Behörden hat der „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“. Aktivisten des Vereins demonstrierten heute vor dem Münsteraner Verwaltungsgericht unter dem Motto „Nicht Nerze, sondern Tierquäler gehören hinter Gitter“. Symbolisch sperrten sie einen Nerzfarmer in einen Gitterkäfig und zeigten Fotos von Pelzfarmen.
Auch bei Gericht stießen die Nerzfarmer nicht auf Verständnis. Beide Klagen wurden heute abgewiesen. Stefan Klippstein, Sprecher des „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“, verfolgte die beiden Gerichtsverhandlungen persönlich. Er begrüßt die Urteile als wegweisend: „Das Gericht hat deutlich gemacht, dass die neuen Tierschutzvorgaben umgesetzt werden müssen, auch wenn damit für den Tierhalter hohe Kosten verbunden sind. Wir gehen davon aus, dass diese Urteile Signalwirkung für die Pelztierfarmen in anderen Bundesländern haben. Viele Pelztierzüchter haben bislang die neuen Vorgaben noch nicht umgesetzt. Jetzt sollte ihnen klar sein, dass dies unumgänglich ist.“

Fotos von der Aktion:

Video von der Aktion (09.03.2012)

Medienberichte (Stand 14.03.2012)

Borkener-Zeitung (mit Foto von der Aktion)
Ibbenbürener Volkszeitung (mit Foto von der Aktion)
Münsteraner-Bote (mit Fots von der Aktion)
DPA-Meldung

TV-Bericht WDR (ab Minute 14:44)

„Hallo Münster“ (14.03.2012)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TV-Bericht, wm.tv