Nach Horrorcrash – Deutsches Tierschutzbüro kritisiert Agrarindustrie

Köln, 05.09.2013. Vor zwei Tagen geriet auf der A7 bei Burghaun ein Tiertransporter nach einem Unfall in Brand. Ein Mensch wurde schwer verletzt, 39 Kälber starben. Kein Einzelfall, immer wieder verunglücken Tiertransporter schwer. Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. sieht das als einen weiteren traurigen Auswuchs der industriellen Tierhaltung und übt deutliche Kritik. Es seien wiederholt junge, unerfahrene Fahrer gewesen, die man vermutlich aus Kostenersparnisgründen mit hoch beladenen Tiertransportern losgeschickt und so den qualvollen Tod hunderter Tiere verursacht hätte.

Über viele Stunden war diese Woche die A7 bei Burghaun gesperrt, da nach dem Horrorcrash eines Tiertransporters mehr als 170 Kälber über die Autobahn irrten. Kein Einzelfall, Ende Juli verunglückte auf der A38 ein anderer voll beladener Kälbertransporter. Von 310 Tieren überlebten 140 den Unfall nicht. Die anderen liefen stundenlang auf der Autobahn herum. Im Juni kippte auf der A9 ein Tiertransporter mit 570 Schweinen um, zwei Drittel der Tiere starben qualvoll.

Aus Sicht des Tierschutzvereins Deutsches Tierschutzbüro e.V. sind diese Unfälle Folgen der industriellen Nutztierhaltung.
Stefan Klippstein, Sprecher des Deutschen Tierschutzbüro e.V., erklärt: „In der Agrarindustrie ist es üblich, dass Tiere in einer Anlage regelrecht produziert, in einer anderen gemästet und ganz woanders geschlachtet werden. Dadurch wird der Gewinn maximiert. Dies bedeutet aber auch, dass ständig unzählige Nutztiere eng zusammengepfercht in Tiertransportern durch Deutschland gekarrt werden.“

Die Fahrer, die die drei Horrorcrashs verursacht haben, waren alle sehr jung und damit unerfahren. Auch das verwundert Stefan Klippstein nicht: „Natürlich wird in der Agrarindustrie auch versucht an den menschlichen Arbeitskräften zu sparen wo es nur geht. Junge Menschen und Auszubildende sind da natürlich willkommene Mitarbeiter. Bezahlen müssen dafür letztlich die Tiere, die bei solchen Unfällen zerquetscht, verbrannt oder überfahren werden.“

Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. fordert, dass politische Maßnahmen ergriffen werden, um die Zahl der Tiertransporte deutlich hinsichtlich Menge und Dauer zu reduzieren. „Wir brauchen eine Agrarwende, die arbeitsteilige Tierproduktion muss ein Ende haben“, so Klippstein.

Fotomaterial zum Thema Tiertransporte auf Anfrage. Tel.: 0221-20463862 oder presse@tierschutzbuero.de