Tierschützer decken auf: Kaufhof, Kaiser’s & Ullrich in Berlin verkaufen Kaninchenfleisch aus tierquälerischer Käfigmast – sofortiger Verkaufsstopp gefordert

Berlin, 04.12.2012. Wie kürzlich bekannt wurde, wird auch Kaninchenfleisch aus tierquälerischen Käfigmastanlagen in Italien in Deutschland angeboten. Insbesondere Filialen der Kette Kaufhof, Kaiser’s sowie der Einzelhändler Ullrich in Berlin vertreiben Kaninchenfleisch der Handelsmarke „Aia“. Stefan Klippstein, Pressesprecher des Arbeitskreises humaner Tierschutz / Deutsches Tierschutzbüro, erklärt: „Wir haben die Händler angeschrieben und sie zur Auslistung des Fleisches aus der Käfigmast aufgefordert. Außerdem haben wir um eine Stellungnahme gebeten. Dieser Bitte wurde nicht nachgekommen, stattdessen das Angebot von Kaninchenfleisch der Marke „Aia“ noch verstärkt. Wir fordern daher Konsumenten auf, gründlich über ihr Konsumverhalten nachzudenken, tierliebe Menschen könnten auch ein Zeichen setzen und nicht mehr bei Kaufhof, Kaiser’s und Ullrich einkaufen gehen.“

Vor wenigen Jahren ging ein Fleischskandal der besonders grausamen Art durch Presse und Medien. Der Auslöser waren von Tierschützern verdeckt gedrehte Filmaufnahmen, die den Alltag in deutschen Kaninchenmastbetrieben zeigten. Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 30 Millionen Tiere verspeist, die auf mehr als 100 Mastanlagen in nur wenigen Monaten herangemästet werden. „Was viele Verbraucher nicht wissen, gerade vor Weihnachten steigt der Verzehr von Kaninchenfleisch massiv an“, so Stefan Klippstein.

Erstmals wurde in breiter Öffentlichkeit aber bekannt, unter welchen Zuständen Kaninchen in der industriellen Massentierhaltung ihr Dasein fristen müssen. Ähnlich der Batteriehaltung von Legehennen sind die empfindlichen Nagetiere in viel zu kleinen Drahtgitterkäfigen untergebracht, mangels Einstreu haben viele Tiere eingeschnittene Pfoten. Durch den nicht entfernten Kot unter den Käfigen entstandene Ammoniakgase führen zu sichtbaren, großflächigen Entzündungen und Verätzungen der Schleimhäute; blutige Ohren und Schwänze weisen mit Bissverletzungen auf Kannibalismus hin. Solche Zeichen sind eindeutige Belege für fehlende Möglichkeiten artgerechten Verhaltens. Zu niedrige Käfige verursachen in der Intensivtierhaltung zudem schwere Wirbelsäulenschäden. Insgesamt sterben viele Tiere unter solch katastrophalen Haltungsbedingungen noch vor dem Schlachttermin.

Recherchen von Tierschützern und Journalisten ergaben eindeutig, dass das Fleisch der gequälten Tiere auch in deutschen Verbrauchermärkten vertrieben wurde.

Unter dem großen Druck der Öffentlichkeit sowie den erschreckenden Bildern nahmen so gut wie alle großen deutschen Supermärkte vom Verkauf von Kaninchenfleisch Abstand, bis die jeweiligen Zulieferer lückenlos nachweisen konnten, ohne tierquälerische Haltungsformen auszukommen. In der Schweiz muss das Fleisch von Kaninchen aus deutscher Käfigmast mittlerweile als „aus in der Schweiz nicht zulässigen Haltungsformen“ deklariert werden.

Trotz anderslautender Ankündigungen gibt es in Deutschland noch immer keinerlei gesetzliche Haltungsvorschriften für Mastkaninchen. Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“, ein Zusammenschluss von über 80 Organisationen unter der Leitung des Arbeitskreises humaner Tierschutz / Deutschen Tierschutzbüros, setzt sich seit Jahren für eine rechtsverbindliche Regelung ein.