Tierquälerei in Goch? Schweinezüchter soll Ferkel gegen die Wand werfen, um sie zu töten

Pressemitteilung_22.01.2013

Köln/Goch, 22.01.2013. In einem Schweinezuchtbetrieb in Goch sollen kranke Ferkel gegen die Wand geworfen werden, um sie zu töten. Dies hat ein Insider dem Deutschen Tierschutzbüro gemeldet. Der Verein hat gegen den Betreiber der Schweinezucht Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet.

Beim Deutschen Tierschutzbüro in Köln hatte sich ein Insider gemeldet, dieser berichtete den Tierschützern von einer brutalen Tierquälerei in Goch: In einem Zuchtbetrieb mit 800 Schweinen sollen kranke Ferkel nicht tierärztlich behandelt, sondern einfach so lange gegen die Wand geworfen werden, bis sie tot sind.
Was wie eine schaurige Szene aus einem Horrorfilm klingt, ist für viele Ferkel in Goch (NRW) offenbar Realität. Ferkel, die kurz nach ihrer Geburt erkranken, werden auf brutalste Weise getötet – und das offenbar nur, um die Tierarztkosten zu sparen. Laut Insider ist dies hundertfach in den letzten zehn Jahren passiert.
„Nachdem wir diese Schreckensnachricht von einem Insider erhielten, stellten wir sofort Strafanzeige. Auch der zuständige Amtsveterinär wurde informiert und wird den Schweinemäster nun zu diesen Taten befragen“, so Stefan Klippstein, Sprecher des Deutschen Tierschutzbüros.

Nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbüros liegen in diesem Fall mehrere Ordnungswidrigkeiten (§ 18 TierSchG) und Straftaten (§ 17 TierSchG) vor. Ein Tier gegen die Wand zu schlagen, um es zu töten, ist für das Tier mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden und stellt somit eine Straftat dar. Zudem ist es strafbar, ein Tier zu töten, nur um Tierarztkosten zu sparen. Bei einer Verurteilung drohen dem Täter bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Stefan Klippstein ist gelernter Tierpfleger und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Massentierhaltung. Immer wieder liegen ihm Hinweise von Insidern vor, die ihm solche und ähnliche Gesetzesverstöße melden. „Jeder Verbraucher, der Fleisch im Supermarkt kauft, unterstützt das System Massentierhaltung und damit solche brutale Tierquälerei, denn das, was in Goch nun an die Öffentlichkeit kommt, ist leider kein Einzelfall“, so Klippstein abschließend.