Aktuelles Videomaterial belegt: Trotz bevorstehender Schließung leiden die Nerze auf der Pelzfarm in Hörstel

Die illegale Nerzfarm in Hörstel muss Ende dieses Jahres endgültig schließen. Aus Sicht des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V., der schon lange für die Schließung aller Pelztierfarmen in Deutschland kämpft, ein großer Erfolg. Trotzdem hat der Verein jetzt erneut Anzeige erstattet, denn bislang werden auf der Farm noch immer Tiere unter tierschutzwidrigen Bedingungen gehalten, unter den Käfigen türmt sich zudem der Kot. 


Vor sechs Jahren wurde vom Bundesrat eine neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung („Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung“) beschlossen, die auch bessere Haltungsbedingungen für Tiere auf Pelztierfarmen festschreibt. So soll Nerzen zukünftig mind. 1 m² Platz zur Verfügung stehen. Für die Umsetzung wurde den Pelztierfarmbetreibern eine Übergangsfrist von 5 Jahren eingeräumt. Diese lief am 11.12.2011 aus.

Umgesetzt wurden die neuen Haltungsbedingungen vom Betreiber der Pelzfarm in Hörstel nicht. Er zog stattdessen vor Gericht und verlor. Weil er dagegen Berufung einlegte, was ihm vorläufig eine weitere Haltung der Tiere ermöglichte, einigte sich der Kreis Steinfurt mit ihm letztlich auf einen Vergleich. Die Farm wird Ende 2012 schließen, die Hälfte des von der Nerzfarm in diesem Jahr erzielten Profits muss an die Biologische Station des Kreises gezahlt werden.

Der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. begrüßt die baldige Schließung der Pelzfarm und die vom Kreis erwirkte Profitabschöpfung. Trotzdem hat der Verband erneut Anzeige gegen den Betreiber erstattet. Stefan Klippstein, Sprecher des Arbeitskreises, erklärt: „Obwohl die Haltungsbedingungen auf der Nerzfarm Hörstel erwiesenermaßen gegen deutsches Tierschutzrecht verstoßen und die Farm deshalb geschlossen wird, wurden vom Betreiber keinerlei Anstrengungen unternommen, um die Lebensbedingungen der jetzt dort gehaltenen Tiere auch nur geringfügig zu verbessern. Unter den Käfigen türmen sich sogar stinkende Kotberge. Für den Betreiber zählt augenscheinlich nur der Profit, deshalb sollte angesichts seiner Uneinsichtigkeit noch mehr davon abgeschöpft werden.“

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