Kreis Gütersloh bekommt Negativ-Preis „Hammer des Jahres“ verliehen – Vergleich zwischen Kreis Gütersloh und Nerzfarm kostet Tausende Tiere das Leben – aktuelle Aufnahmen belegen: Die sogenannte „Ernte“ hat bereits begonnen

Pressemitteilung2_06.12.12

Nach Ablauf einer fünfjährigen Übergangsfrist ist die Haltung von Nerzen in kleinsten Gitterkäfigen seit Ende 2011 verboten. Dagegen klagten die Betreiber der Nerzfarm Gütersloh und konnten so einen Vergleich mit dem Kreis erzwingen. Bis Ende 2013 dürfen sie weiter Nerze züchten, töten und häuten. Der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. ist über den Vergleich empört. Der Verein hat jetzt aktuelle Videoaufnahmen von der „Ernte“ auf der Nerzfarm Gütersloh veröffentlicht. 



Köln/Gütersloh, 06.12.2012. Vor sechs Jahren wurde vom Bundesrat eine neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung („Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung“) beschlossen, die auch bessere Haltungsbedingungen für Tiere auf Pelztierfarmen festschreibt. So soll Nerzen zukünftig mind. 1 m² Platz zur Verfügung stehen. Für die Umsetzung wurde den Pelztierfarmbetreibern eine Übergangsfrist von 5 Jahren eingeräumt. Diese lief am 11.12.2011 aus.


Umgesetzt haben die Betreiber der Pelzfarm Gütersloh diese Vorgaben bis heute nicht. Stattdessen zogen sie vor Gericht, um die Umsetzung geltenden Rechts zu verhindern. Im Juli dieses Jahres schloss der Kreis Gütersloh einen Vergleich mit den Nerzfarmbetreibern. Die Farm soll geschlossen werden, aber erst Ende 2013.

Aus Sicht des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V. ein Skandal. Stefan Klippstein, Sprecher des Arbeitskreises, erklärt: „Damit nimmt der Kreis billigend in Kauf, dass auf der Farm weiterhin Tausende Nerze unter tierschutzwidrigen Bedingungen gezüchtet, gehalten und getötet werden.“
Für die Betreiber hat sich der Vergleich gelohnt. Er kann dadurch zweimal mehr „ernten“. Aktuelle Videoaufnahmen, die der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. jetzt veröffentlichte, zeigen, dass er mit dem Töten der Tiere bereits begonnen hat.

Die Tierschützer haben das Veterinäramt vor einigen Monaten wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt, in diesen Tagen kam die Einstellung der Anzeige. Der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. wird gegen die Einstellung Beschwerde einlegen.


Der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. verleiht daher dem Kreis Gütersloh den „Hammer des Jahres“ für besonders tierschutzwidriges Behördenhandeln.
„Der Betreiber hat geltendes Tierschutzrecht vorsätzlich ignoriert und profitiert jetzt davon“, erklärt Stefan Klippstein vom Arbeitskreis, „Tausende Tiere müssen hingegen den unsäglichen Vergleich zwischen Farmbetreiber und Kreis mit dem Leben bezahlen.“

Aktuelle Videoaufnahmen von der „Ernte“ finden Sie hier: http://youtu.be/sm9_7OCoofc