Strafanzeige gegen Nerzfarm Gütersloh gestellt: Nerze haben kein Trinkwasser

Pressemitteilung_24.01.2013

Das eisige Winterwetter sorgt in vielen Teilen Deutschlands für Probleme. Den Nerzen auf der Pelzfarm Gütersloh könnte es zum tödlichen Verhängnis werden. Das „Deutsche Tierschutzbüro“ ist alarmiert. Aktuelle Videoaufnahmen zeigen eine zugeschneite Farm und offensichtlich zugefrorene Wasserleitungen. Der Tierschutzverein hat das Veterinäramt eingeschaltet.

Köln/Gütersloh, 24.01.2013. Vor sieben Jahren wurde vom Bundesrat eine neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung („Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung“) beschlossen, die auch bessere Haltungsbedingungen für Tiere auf Pelztierfarmen festschreibt. Für die Umsetzung wurde den Pelztierfarmbetreibern eine Übergangsfrist von 5 Jahren eingeräumt. Diese lief am 11.12.2011 aus. Umgesetzt wurden sie auf der Pelzfarm Gütersloh nicht. Die Farm wird illegal weiterbetrieben.

Jetzt hat das „Deutsche Tierschutzbüro“ schockierende Videoaufnahmen veröffentlicht. Sie zeigen die zugeschneite Nerzfarm in Gütersloh. An der Leitung, die die Nippeltränken mit Wasser versorgen soll, hängen lange Eiszapfen. Anscheinend ist die Leitung vollkommen zugefroren. Ein Nerz leckt verzweifelt an einem Eiszapfen, der sich in seinem Käfig gebildet hat, andere haben diese Möglichkeit nicht und springen immer wieder stereotyp auf und ab.

Stefan Klippstein, Sprecher des Deutschen Tierschutzbüros, ist alarmiert: „Wir haben das Veterinäramt informiert und gebeten, sofort aktiv zu werden. Ende der Woche sollen die Temperaturen auf –10 Grad sinken.“
Zudem hat der Verein erneut Anzeige gegen den Betreiber erstattet.
„Die Haltungsbedingungen widersprechen eklatant dem Tierschutzgesetz. Es sind eindeutig Verhaltensstörungen zu beobachten, die beweisen, dass die Tiere leiden“, so Klippstein, „wir wollen, dass die Farm sofort geschlossen wird.“