Tierversuchsverbot für militärische Zwecke gefordert

Pressemitteilunge_30.10.12

Dem US-Militär in Deutschland wurde unlängst die Durchführung von Tierversuchen zu Ausbildungszwecken untersagt. Für die Bundeswehrforschung leiden und sterben hingegen jedes Jahr Hunderte Tiere. Nun fordert der Tierschutzverein „Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.“, jegliche Tierversuche für militärische Zwecke zu verbieten.

Köln, 30.10.2012. Mehrmals stellte das US-Militär in den letzten Jahren in Deutschland einen Antrag zur Durchführung von Tierversuchen. Zur Ausbildung des medizinischen Personals sollten Schweine und Ziegen für Übungszwecke verletzt und getötet werden.

Nach massiven öffentlichen Protesten zog das US-Militär einen der Anträge freiwillig zurück, die zwei anderen wurden von den zuständigen Genehmigungsbehörden abgelehnt. In einem Fall klagte das US-Militär dagegen. Als das Gericht während der Verhandlung deutlich machte, dass es den Tierversuchsantrag ablehnen würde, zog das US-Militär die Klage zurück.

Während Tierversuche zur Entwicklung und Erprobung von Waffen, Munition und dazugehörigem Gerät in Deutschland gesetzlich verboten sind, sind Versuche für andere militärische Zwecke zulässig.

Die Bundeswehr betreibt sogar eigene Tierversuchslabore, in denen jährlich etwa 380 Tiere zu Tode kommen. Darüber hinaus vergibt sie Aufträge für Experimente an andere Labore, die etwa 440 Tiere jährlich das Leben kosten. So förderte die Bundeswehr zum Beispiel mit 104 306 Euro Pockenviren-Versuche an Affen.

Der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. fordert nun ein Ende dieser Versuche. Stefan Klippstein, Sprecher des Verbandes, erklärt: „Wir alle wissen, wie sinnlos und grausam der Einsatz von militärischer Gewalt ist. Die Folgen dieser Gewalt an wehrlosen Tieren zu erproben ist zutiefst unmoralisch und mit dem im Grundgesetz verankerten Tierschutz nicht vereinbar.“

Der Arbeitskreis hat seine Mitglieder dazu aufgerufen, gegen die Tierversuche bei der Bundeswehr zu protestieren. „An der Mailaktion an Bundesminister Dr. Thomas de Maizière haben bereits über 5.000 Menschen teilgenommen, das Mailfach muss überquellen“, so Stefan Klippstein abschließend.

Link zur Mailaktion