Wenn Du Missstände beobachtest, handle bitte nach folgender Anleitung:
Obwohl uns jedes Tierschicksal wichtig ist, haben wir leider nicht die finanziellen und personellen Ressourcen allen Meldungen vor Ort persönlich nachzugehen. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir häufig nur Hilfe zur Selbsthilfe leisten können, damit Du vor Ort aktiv werden kannst.

Vorgehen bei Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

1. Dokumentieren
Dokumentiere jeden Missstand fotografisch oder per Video (Handyqualität ist ausreichend)
2. Bericht schreiben
Schreibe Deine Beobachtungen auf. Was wurde wo beobachtet und wann, gibt es Zeugen. Je mehr Infos umso besser.
3. Tierschutzrecht
Prüfe, ob die Tierhaltung gegen geltendes Tierschutzrecht (siehe unten) verstößt. Solltest Du Dir nicht sicher sein, kannst Du uns gerne kontaktieren.
4. Veterinäramt verständigen
Nur das Veterinäramt hat die Berechtigung die Tierhaltung zu kontrollieren und gegebenenfalls Auflagen zu erteilen. Wir als Tierrechtsverein dürfen das nicht. Melde den Missstand schriftlich dem zuständigen Veterinäramt.

Tierschutzrecht

Generell gilt für alle Tiere in Deutschland das Tierschutzgesetz. Da dieses jedoch sehr allgemein formuliert ist, ist es oft schwer, gegen jemanden vorzugehen, der ein Tier nicht artgerecht hält. Für viele Tierarten und Haltungsformen gibt es zudem Gutachten und Leitlinien, welche allerdings nicht rechtsverbindlich sind, sie dienen lediglich als Orientierungshilfe für die Halter*innen und Amtsveterinär*innen.

Gesetze und Verordnungen:

Leitlinien:

Weitere Leitlinien sind auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu finden.

 


 

Veterinäramt

Amtstierärzt*innen sind aufgrund §16a Tierschutzgesetz „Beschützergaranten“ für das Wohl der Tiere und die Einhaltung des Tierschutzrechts verantwortlich. Sie sind daher verpflichtet, gegen tierschutzrechtswidrige Handlungen und Zustände vorzugehen. Es gibt kein Entschließungsermessen. Amtsveterinär*innen müssen immer handeln,  wenn in ihrem Zuständigkeitsbereich Verstöße gegen Tierschutzrecht begangen wurden, noch werden oder bevorstehen. Bleiben sie untätig, können sie selbst Straftaten i.S.d. §17 TierSchG durch Unterlassen begehen.

Hier findest Du eine Liste der Veterinärämter.

 


 

Tierqual anzeigen

Die Amtstierärzt*innen haben erst die Möglichkeit die Haltung zu kontrollieren, wenn sie eine Meldung erhalten haben. Aus diesem Grund ist es unerlässlich das Veterinäramt über den Missstand zu informieren. Die Meldung sollte am besten immer per E-Mail erfolgen, diese sollte beinhalten:

  • Um welche Tiere handelt es sich?
  • Gegen was wird vermutlich verstoßen?
  • Wo befindet sich die Haltung?
  • Kontaktdaten des*der Halters*Halterin und von Deine eigenen, für eventuelle Rückfragen von Seiten des Amtes
  • Bitte um Kontrolle der Tierhaltung und eine Eingangsbestätigung der Meldung

Generell ist es nicht üblich, dass Du eine Rückmeldung des Veterinäramtes erhältst. Aus Datenschutzgründen ist dieses nicht berechtigt Dir Details über den Sachstand mitzuteilen.

Neben einer E-Mail ist es auch sehr sinnvoll, eine schriftliche Anzeige per Post zu verschicken. Eine Vorlage inkl. Tipps findest Du hier.
Bei besonders schlimmen Vorfällen sollte zusätzlich eine Strafanzeige erstattet werden. Eine Vorlage inkl. Tipps findest Du hier.


 

Tierqual im Internet

Vielfach wird dem Deutschen Tierschutzbüro Tierleid im Internet gemeldet. Mittlerweile haben alle großen Anbieter von Internetportalen eine Funktion eingerichtet, die es ermöglicht, dort Tierleid direkt zu melden. Sowohl bei ebay als auch bei YouTube und Facebook ist es direkt auf der jeweiligen Seite möglich, die Seite schnell und unbürokratisch zu melden. Normalerweise wird sie dann innerhalb von wenigen Stunden gesperrt.

Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbüros ist es sinnvoll, wenn möglichst viele Menschen diese Funktion nutzen. Dadurch werden die Anbieter*innen für diese Problematik sensibilisiert und können entsprechend reagieren.

 


 

Tierleid im Ausland

Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. hat seinen Sitz und seinen Wirkungskreis in Deutschland. Daher haben wir keine Möglichkeit, im Ausland aktiv zu werden. In nahezu allen Ländern gibt es mittlerweile Organisationen, die sich um Tiere in Not kümmern und sich mit den Gegebenheiten, Traditionen und der Rechtslage vor Ort auskennen. Solltest Du Tierleid im Ausland beobachten, so möchten wir Dich bitten, eine dort ansässige Organisation zu kontaktieren. Hier findest Du ein weltweites Verzeichnis von Tierschutzorganisationen.

 


 

Akuter Notfall

Nicht jedes Wildtier, dem sich der Mensch nähern kann, ohne dass es flieht, braucht Hilfe. Daher ist gerade bei Jungtieren äußerste Umsicht geboten. Junge Feldhasen, Rehkitze und auch junge Vögel sollten nur mitgenommen werden, wenn sie eindeutig verwaist oder verletzt sind. Oft befindet sich die Mutter in der Nähe und versorgt das Tier sobald sie wieder alleine sind.

Wer ein Wildtier findet, das eindeutig menschliche Hilfe braucht, solltest Du nicht versuchen dieses alleine aufzuziehen, sondern es umgehend in eine fachkundige Auffangstation bringen.

Nur wenn das Tier von erfahrenen Tierpfleger*innen großgezogen wird, ist später eine Auswilderung möglich. Weitere Information zu Wildtieren auch in Deiner Region bietet der Naturschutzbund Deutschland.

Wenn Du ein herrenloses Haustier gefunden hast, kontaktiere das örtliche Tierheim oder bringe das Tier direkt vorbei. Eventuell hat sich der*die Besitzer*in dort bereits gemeldet. Viele der Tiere sind gechipt und beim Deutschen Haustierregister oder Tasso registriert. Tierärzt*innen und manche Tierschutzvereine besitzen Chip-Auslesegeräte, worüber die Besitzer*innen ermittelt werden können.