Tierquälerei in größter Kaninchenzuchtanlage Deutschlands aufgedeckt

Tierquälerei in größter Kaninchenzuchtanlage Deutschlands aufgedeckt

Uns wurde Bildmaterial aus einer der größten Kaninchenzuchtanlagen Deutschlands zugespielt. Die Bilder, die über die letzten Monate hinweg entstanden sind, schockieren: Tausende Kaninchen müssen zusammengepfercht in engen Käfigen leben. Dabei drücken sich die Gitterböden in die empfindlichen Pfoten der Tiere. Einige der Kaninchen liegen tot im Käfig. Andere Aufnahmen zeigen, wie kranke Kaninchen mit voller Wucht auf den Boden geschleudert oder mit einer Eisenstange erschlagen werden.

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Zu Gebärmaschinen degradiert 

Unter welch schrecklichen Bedingungen die Tiere hier gehalten werden, machen die Aufnahmen deutlich. Und vor allem die weiblichen Tiere leiden, denn sie müssen bis zu achtmal im Jahr Nachwuchs zur Welt bringen, wobei sie pro Wurf etwa neun Jungtiere gebären. Sie werden regelrecht als Gebärmaschinen missbraucht! 

 

Schockierende Zustände

Die Videobilder zeigen verdreckte Käfige und, dass kranke sowie verletzte Tiere ganz offenbar nicht tierärztlich versorgt, sondern sich selbst überlassen werden. Einige der Tiere haben zudem Kokzidien, eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die zu starkem Durchfall, Gewichtsverlust und letztlich zum Tod führen kann. Einzelne Tiere haben für die Verantwortlichen keinen Wert und deswegen ist es ihnen schlichtweg egal, was mit den kranken Kaninchen passiert. Am Ende zählt nur die Masse und der Profit.

Tierschutzwidrige Nottötungen

 Offenbar erkrankte Tiere werden tierschutzwidrig not getötet, indem sie einfach auf den Boden geworfen oder mit einer Eisenstange erschlagen werden. Viele der Tiere überleben diesen Gewaltakt und zeigen noch deutliche Anzeichen von Bewusstsein. Die versteckten Aufnahmen haben dies dutzendfach dokumentiert. Wir können also davon ausgehen, dass es sich hierbei um eine gängige Praxis in dem Betrieb handelt. Diese gesetzeswidrige Methode wird in den Aufnahmen übrigens durch verschiedene Mitarbeitende durchgeführt. Diese Art des Tötens ist nach dem Tierschutzgesetz verboten! Um sicherzugehen, dass die Tiere wirklich kein Bewusstsein mehr haben und tot sind, muss ein Kehlschnitt erfolgen, damit die Tiere ausbluten. 

 

Fordere Konsequenzen für die Tierquäler*innen!

 

Verbindung zur Firma Siemens

Rund 20 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr in Deutschland gegessen, dabei stammen die meisten aus einer industriellen Kaninchenzucht mit Gitterböden ohne Auslauf. Dennoch wird das Fleisch als Delikatesse verkauft. Neben Schlachthöfen und anderen Kaninchenmastanlagen zählt aber auch u.a. ein Tierversuchslabor zu den Abnehmern der Kaninchen. Ein Recherche-Team hat mehrfach einen LKW verfolgt, der von der Kaninchenanlage nach Hessen auf ein Gelände gefahren ist, wo auch die Firma Siemens Healthineers (Healthcare) einen Sitz hat. Dort betreibt das Unternehmen ein Tierversuchslabor. Wie viele Tiere dort aktuell gehalten und welche Versuche durchgeführt werden, ist unklar.

Wir haben es in der Hand

Wir haben umgehend Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Ellwangen (Jagst) erstattet und das zuständige Veterinäramt informiert. Jede einzelne Person kann einen Beitrag dazu leisten, dass solche Zustände nicht mehr stattfinden: Denn wer Fleisch und andere tierische Produkte kauft, finanziert dieses System mit. Darum vegan, probier es doch mal aus: Twenty4VEGAN.de

 

Petition fordert Konsequenzen

Wir haben eine Petition auf Change.org gestartet: Unterzeichne jetzt unsere Forderung nach Konsequenzen für die Tierquäler*innen in Deutschlands größter Kaninchenzucht! Zur Petition geht es hier entlang: Change.org. Teile den Link gerne mit Menschen in Deinem Umfeld.

 

Petition unterzeichnen!

 

Update (17. August 2022)
Nach unserer Veröffentlichung, bei der wir auch den Betriebsnamen genannt haben, hat der Kaninchenzüchter einen Anwalt eingeschaltet und vor dem Landgericht Ellwangen eine Einstweilige Verfügung gegen uns erwirkt. Wir dürfen nicht mehr sagen, wo der Betrieb steht (Ortsname und Landkreis), wie der Name der Firma lautet und welche Kaninchen-Rasse die Firma verwendet. Halten wir uns nicht daran, droht uns ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro oder bis zu 6 Monate Haft. Es kann nicht sein und darf nicht sein, dass wir Missstände und massive Tierquälerei aufdecken und nicht sagen dürfen, wer dafür verantwortlich ist! Darum wehren wir uns gerichtlich gegen die Einstweilige Verfügung.

 


 

Medienberichte (Auswahl)

ZDF Wiso (11.07.2022) ab Minute 34:45

Süddeutsche Zeitung (11.07.2022)

RPR 1 (12.07.2022)

SWR Online (12.07.2022)

Schwäbische Zeitung (12.07.2022)

Regio TV (12.07.2022)

Remszeitung (12.07.2022)

SWR TV (12.07.2022) ab Minute 14:32

Stern (12.07.2022)

N-TV Online (12.07.2022)

Schwäbische Post (12.07.2022)

BILD mit Video (13.07.2022)

T-online (mit Video) (13.07.2022)

Schwäbische Post (13.07.2022)

Focus Online (mit Video) (15.07.2022)

Berliner Zeitung (16.07.2022)

Deine Tierwelt (19.07.2.2022)