Aus Horror-Hof gerettet: Stefan, das vergessene Ferkel

Stefan0
Den Boden sieht man vor lauter Dreck nicht, es stinkt überall nach Kot und Verwesung, alle paar Meter findet man in den riesigen Müllbergen tote Tiere. Was wie eine Szene aus einem Horrorfilm klingt, war für Dutzende von Schweinen, Hunden und Enten Alltag. Ein Tier-Messie hielt über Jahre in diesem Elend seine Tiere. Dabei sah er sich sogar noch als Tierfreund, dem seine Tiere am Herzen liegen. Jedoch hat er nicht gemerkt, dass ihm das Ganze schon lange über den Kopf gewachsen ist und die Tiere leiden. Auf dem Horror-Hof wurden schon vor Jahren der Strom und das Wasser abgedreht, die Ställe sind baufällig. Das Futter für die Tiere haben Nachbarn geliefert, damit die Tiere nicht verhungern, doch es hat nicht gereicht. Bei unserem ersten Besuch auf dem Hof fanden wir mehrere tote Schweine, die einfach auf der Fensterbank eines Stalles hingelegt worden sind, ein Schwein hatte ein Messer im After. Andere Tiere waren am Sterben, kurzerhand nahmen wir ein Schwein mit, das gerade von Ratten angefressen worden ist, die Wunde war blutig und tief. Lange war nicht klar, ob das Ferkel überleben wird, jetzt lebt es glücklich auf einem Gnadenhof in Norddeutschland, wir haben es auf den Namen Rosa-Mariechen getauft.

messihof

Nach der Rettung von Rosa-Mariechen haben wir eine Anzeige beim zuständigen Veterinäramt erstattet. Dort war der Fall zu unserer Überraschung bekannt, doch handeln wollte man nicht. Wir recherchierten weiter und stellen fest, dass der Tierhalter bereits ein Tierhalteverbot hat, doch auch das interessierte das Veterinäramt nicht. Bei weiteren Besuchen auf dem Horror-Hof konnten wir dokumentieren, dass der Messie einige der Schweine an einen Schlachthof verkauft, damit ist er zumindest teilweise gewerblich tätig, wieder eine Anzeige beim Veterinäramt, denn wenn die Tiere in den menschlichen Verzehr kommen, gelten noch andere Auflagen, diese kann der Messie nicht erfüllen. Doch das Veterinäramt sah keinen Handlungsbedarf. Unverständlich, denn spätestens jetzt hätte das Amt handeln müssen. Wir erstatteten daraufhin Strafanzeige gegen das Amt. Da sich solche Anzeigen und Prozesse lange hinziehen können, wir aber den Tieren schneller helfen wollten, haben wir zusammen mit der Grundstückseigentümerin eine Räumungsklage durchsetzen können. Gemeinsam mit der Polizei konnten wir so den Hof räumen und die Tiere versorgen. Die Hunde sind in umliegende Tierheime gekommen, die Enten sind leider verhungert. Viele der Schweine waren nicht mehr auf dem Hof, ob sie verstorben oder verkauft worden sind, wissen wir nicht.

Am Ende konnten wir noch 4 Schweine retten und sie auf einem Gnadenhof bei Berlin unterbringen. Dort wurden sie tierärztlich versorgt, hatten eine riesige Auslauffläche, Erde zum Buddeln, Wasser zum Suhlen, und sie konnten ein richtiges Schweineleben führen. Alle vier Schweine waren von der schlechten Haltung gezeichnet. Bis auf ein Ferkel erholten sie sich wieder gut, doch das kleine Ferkel Patrick, ein sehr geschwächter Kümmerling, konnten wir trotz intensiver Betreuung nicht retten; der Tierarzt musste das Schweinchen schließlich von seinem Leiden erlösen.

Zudem hatte leider das dort zuständige Veterinäramt überraschend die Haltung der Schweine kritisiert und unserem Bauern die Freilandhaltung sogar untersagt. Alle Gespräche mit dem Veterinäramt brachten nichts, man hat uns deutlich gemacht, dass man keine Haltung von Gnadenbrottieren haben möchte und argumentierte mit möglichen Seuchen, die sich theoretisch auf andere Schweinebestände übertragen könnten. Auch wenn wir die Seuchen-Bedenken mit einem tierärztlichen Gutachten ausräumen konnten, lautete die Anweisung des Amtsveterinärs: Die Tiere dürfen nicht in Freilandhaltung leben.

Wir wollen aber unsere Tiere, die wir aus der Hölle gerettet haben, nie mehr einsperren, darum haben wir einen Alternativ-Gnadenhof für unsere Schweine gesucht, der möglichst weit von dem Veterinäramt in Berlin weg ist. In der Nähe des Schwarzwalds sind wir fündig geworden. Seit kurzem leben unsere  drei Schweine nun gemeinsam mit vielen anderen Tieren auf einem wunderschönen Hof – natürlich mit großem Freiland-Auslauf. Hier fühlen sich  Jan, Stefan und Laura, benannt nach ihren Rettern, sehr wohl und genießen nun ihr Leben in Freiheit.

Unser  kleiner Stefan  wurde nach seinem Retter Stefan Klippstein benannt.

Aus Horror-Hof gerettet: Stefan, das vergessene Ferkel

Stefan, das vergessene Ferkel. Stefan wurde quasi zurückgelassen, unser Tierretter Stefan Klippstein fand den kleinen Stefan in einem Verschlag im heruntergekommenen Schweinestall. Zwischen Dreck und Müll lebte Stefan und ist überglücklich, gefunden und schließlich auch gerettet zu werden.

Stefan lebt jetzt mit seinen schweinischen Gefährten Jan und Laura auf einem schönen Gnadenhof im Raum Schwarzwald und kann sich jeden Tag auf einem  20.000 m²  großen Gelände austoben und alle vier Jahreszeiten in Freiheit genießen und sich seines Lebens erfreuen.

Jetzt Pate von Stefan werden Jetzt eine Patenschaft von Stefan verschenken

banner-uebersicht

Eine Patenschaft beträgt mind. 10 Euro im Monat und ist jederzeit kündbar. Als Pate erhalten Sie natürlich regelmäßige Informationen über Ihr Patentier; und wir laden Sie einmal im Jahr zum Patenschaftstreffen ein. Sie können Ihr Patentier aber jederzeit auch besuchen kommen (nach telefonischer Absprache mit dem Hof). Der Gnadenhof befindet sich im Raum Schwarzwald und Sie erhalten die Anschrift für einen Besuch in Ihrem Begrüßungsschreiben per Post. Als Pate erhalten Sie zudem das beliebte Tierretter-Armband.