Stellungnahme zur Reaktion von Herrn Alfons Grosser auf unsere Protestaktion

Unterschriftenaktionen_Antwort

Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. hat vor einigen Wochen zu einer großen Protestaktion gegen den Pelztierzüchter und Vizepräsidenten des Pelztierzüchterverbands, Herrn Alfons Grosser, die immer noch andauert, aufgerufen. An dieser Aktion beteiligten sich bisher fast 8.000 Menschen. Wir werfen Herrn Grosser vor, auf seinen Farmen die novellierte Tierschutz-Nutztierverordnung nicht umgesetzt zu haben. Die aktualisierte Verordnung ist Ende 2011 in Kraft getreten, nachdem eine Übergangsfrist von 5 Jahren ausgelaufen ist. Die Haltungsbedingungen für Nerze auf den Pelzfarmen von Herrn Grosser erfüllen die Anforderungen der Verordnung insbesondere bezogen auf die Mindestgröße der Käfige nicht. Dies ist unbestreitbar und nachweislich festgestellt.

Herr Grosser bezeichnet uns als fehlgeleitete, falsch informierte Ideologen und Terroristen und wirft unseren Ermittlern und Aktivisten vor, durch gezielte Unwahrheiten und mit verfälschten Bildern einen falschen Eindruck von der Intensivtierhaltung auf seinen Farmen zu erwecken. Außerdem beschuldigt er uns des Hausfriedensbruchs und unterstellt uns eine Überwachung durch den Verfassungsschutz. Er versucht nun auf dem Rechtsweg zu erreichen, dass wir unsere Forderung nicht mehr veröffentlichen dürfen. Letztlich versucht er uns so zu kriminalisieren und mundtot zu machen.

Die Behauptungen von Herrn Grosser sind vollkommen haltlos. Wir gehen deshalb auch juristisch dagegen vor. Wir versichern, dass sämtliche von uns veröffentlichten Bilder, die die Haltungsbedingungen auf den Nerzfarmen von Herrn Grosser dokumentieren, von Mitgliedern, Aktivisten und/oder Ermittlern unseres Vereins erstellt worden sind. Sämtliche Bild- und Videoaufzeichnungen sind von öffentlichem Grund aus erstellt worden. Ein Hausfriedensbruch hat zu keiner Zeit stattgefunden. Außerdem handelt es sich bei allen Aufnahmen um unverfälschte Originaldokumente.

Die Behauptung, der Verfassungsschutz würde gegen das Deutsche Tierschutzbüro e.V. ermitteln, ist rein erfunden. Solche Ermittlungen hat es zu keiner Zeit gegeben, da ein Anlass oder Verdacht nicht vorliegt und zu keiner Zeit vorlag.

Herr Grosser vergleicht uns darüber hinaus mit der NSDAP. Dies ist nicht nur beleidigend, sondern ein persönlicher Angriff, gegen den wir die erforderlichen Schritte eingeleitet haben. Wir distanzieren uns aufs Schärfste von faschistischen und terroristischen Methoden und Ideologien.

Herr Grosser stellt sich in seiner Antwort auf unser Protestschreiben für eine Kommunikationsaufnahme zur Verfügung. Jedem Unterzeichner unserer Forderung nach Schließung der Farmen ist dieses Angebot zugegangen. Wir raten jedem Unterzeichner, der/die durch die Antwort von Herrn Grosser verunsichert wurde, das Angebot anzunehmen und sich selbst davon zu überzeugen, dass die Haltungsbedingungen auf dessen Pelzfarmen nicht den Anforderungen der Tierschutznutztierverordnung entsprechen.
[spoiler title=“Das Schreiben von Herrn Grosser, können Sie hier lesen (anklicken)“ open=“0″ style=“2″]Von: Artegro@t-online.de
Betreff: AW: Stoppen Sie die Tierquälerei!
Datum: 18. April 2013 09:18:31 MESZ
An: patrick.sabatkiewicz@tierschutzbuero.de

Sehr geehrte Damen und Herren,
leider haben Sie sich von falschinformierten und fehlgeleiteten Aktivisten dazu überreden lassen, ein Protestschreiben an uns zu richten.
Sie sind Mitglied einer Medienkampagne geworden und haben sich ungeprüft einer Behauptung angeschlossen, die der Praxis nicht entspricht.
Herr Klippstein vom „Deutschen Tierschutzbüro“ ist nach meinem Wissen ein Tierpfleger und hat von der durch uns gehaltenen Spezies keine ausreichende Kenntnis. Unser Beruf passt lediglich nicht in sein emotional, ideologisch geführtes Denkmuster, das keine andere Meinung zulässt.
Neben meiner Funktion als Geschäftsführer mit Ausbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt bin ich Tierwirtschaftsmeister im Fachbereich Pelztierhaltung, seit mehr als 40 Jahren in diesem Beruf tätig und mehrfach durch Landwirtschaftsminister des Landes ausgezeichnet worden.
Einen Menschen öffentlich als „größten Nerzquäler der Bundesrepublik Deutschland“ zu bezeichnen ist auch in unserer pluralistischen Gesellschaft nicht nur grenzwertig, sondern erinnert an eine hasserfüllte Diskriminierung, die wir in Deutschland aus den 30er Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts kennen.
Menschen zu kriminalisieren, die ein bestimmtes Berufsfeld ausfüllen, wie z. B. Agraringenieure, Landwirtschafts- oder Pelztierzuchtmeister, die ihre Arbeit nach den ihnen an Universitäten, staatlichen Einrichtungen etc. vermittelten Kenntnissen ausüben, ist ein äußerst fragwürdiges Unterfangen. Insbesondere dann, wenn die, die Vorwürfe erheben, selbsternannte Experten sind, jedoch meistens von dem Individuum, dessen Haltung und Nutzung sie beklagen (z. B. der domestizierte Nerz: Mustela vison forma domestica), keine oder keinesfalls ausreichende Kenntnis haben.
Der Schutz des Tieres ist denen, die mit und von den Tieren haben, ein elementares Bedürfnis.
Von der Gesellschaft mehrheitlich geforderte Änderungen können nur unter Einbeziehung von Wissenschaft und Praxis nachhaltig vollzogen werden. Andernfalls sind die betroffenen Berufsgruppen dem Terror Andersdenkender ausgesetzt.
Um Veränderungen in einen demokratischen Prozess einfließen zu lassen, muss kritisch hinterfragt werden dürfen. Halbwissen und Terror jedoch helfen hier nicht weiter.
Weite Bevölkerungsschichten werden mit gezielten Unwahrheiten überschüttet, so dass Intensivtierhalter als „Schlechtmenschen“ in dieser Gesellschaft abgestempelt werden.
Leichtfertig wird dem unbedarften Betrachter von Organisationen, deren Gemeinnützigkeit fragwürdig ist, teilweise mit verfälschten Bildern suggeriert, er müsse diese Gruppierungen mit Spendengeldern unterstützen und dabei mitwirken, die ihm dargebotenen „Zustände“ zu beseitigen. Millionenfach fließende Spenden werden oftmals nicht zum Schutz von Tieren verwendet, sondern tragen oft zu fürstlichen Gehältern der Aktivisten bei.
Abschließend weise ich ausdrücklich darauf hin, dass, dass die Haltung von Pelztieren in der Bundesrepublik Deutschland rechtmäßig ist.
Die Oberverwaltungsgerichte in Münster (28.02.2013, AZ: 20 B 90 / 13)) und Schleswig (04.03.2013, AZ: 4 MR 1/13) haben in aktuellen Entscheidungen betont, dass die gegenwärtige Nerzhaltung den Vorgaben des „Europäischen Übereinkommen zum Schutz von Tieren in Landwirtschaftlichen Tierhaltungen, Empfehlung in Bezug auf Pelztiere“, entspricht. Die Einhaltung weitergehender Vorgaben kann derzeit nicht gefordert werden.
Ganz abgesehen davon beweisen regelmäßig stattfindende behördliche Betriebskontrollen, dass keine tierschutzrelevanten Verstöße der Pelztierzüchter vorliegen.
Es gibt in Deutschland keine illegale Pelztierhaltung! Dieses wollen Ihnen Menschen, wie Herr Klippstein von einem „Deutschen Tierschutzbüro“, welches mit dem ordentlich agierenden „Deutschen Tierschutzbund“ NICHTS zu tun hat, einreden.
Lassen Sie sich nicht blenden von fragwürdigen Organisationen, die unter dem Deckmantel des Tierschutzes Hausfriedensbruch oder gar schlimmere Delikte begehen. In einigen Fällen der Straftaten ermittelt der Verfassungsschutz.
Zur Vertiefung des Themas verweise ich auf nachstehende Links:
Zentralverband Deutscher Pelztierzüchter www.z-d-p.de
Deutsches Pelz Institut: www.pelzinstitut.de
European Fur Breeders´ Association (Dachverband europäischer Pelztierzüchter): www.efba.eu
sowie auf die
International Fur Trade Federation, IFTF (Internationale Pelzhandelsföderation): www.wearefur.com

Sollten Sie weiteres Interesse an einer ordentlichen Kommunikation haben, so stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Alfons Grosser[/spoiler]