Tierquälerei bei Berlins größter Kleintierausstellung – Deutsches Tierschutzbüro erstattet Anzeige

Tierquälerei bei Berlins größter Kleintierausstellung - Deutsches Tierschutzbüro erstattet Anzeige

Am Wochenende (Ende Juni 2014) fand in Berlin Spandau die – nach Angaben des Veranstalters – größte Kleintierausstellung Berlins statt. Bei der Preisverleihung war sogar Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) zugegen. Auch vor Ort, Mitarbeiter des Vereins Deutsches Tierschutzbüro e.V. und diese schlagen jetzt Alarm. Denn ausgestellt und verkauft wurden zahlreiche schwer kranke, ja sogar sterbende Tiere. Der Verein hat Anzeige gegen den Veranstalter und zahlreiche Aussteller erstattet – wegen Tierquälerei.

Die Ankündigung auf der Facebookseite des „Kleintierzucht Verein D-14 Berlin Spandau“ liest sich harmlos: „ Die erste Ausstellung dieses Jahres findet statt. Berlins größte Vereinsausstellung mit rund 400 Kaninchen. Auch wird der Spandauer Bürgermeister Helmut Kleebank und andere wie z.B. Sven Schulz, Burgunde Grosse und andere am Sonntag zur Preisverleihung da sein.“
Doch was Tierschützer des Deutschen Tierschutzbüros bei einem Besuch der Ausstellung beobachteten, hat mit einem harmlosen Zeitvertreib nichts gemein.

Stefan Klippstein, Sprecher des Deutschen Tierschutzbüro e.V. und gelernter Tierpfleger, berichtet: „Viele Tiere hatten kein Wasser, saßen in verdreckten Käfigen, das Fell von Fäkalien verklebt. In einem Käfig hatten sich sogar schon Maden gebildet. Selbst Tiere, die offensichtlich schwer krank waren wurden verkauft. Sogar vor dem Verkauf von Tieren mit ansteckenden Krankheiten sind einige Händler nicht zurückgeschreckt.“

Die Mitarbeiter des Tierschutzbüros haben nicht nur Fotos der Zustände gemacht, sondern auch zwei Tiere zur „Beweissicherung“ freigekauft. „Der Händler gab mir das vollkommen abgemagerte Tier mit dem Satz ‚Das kannst du für 10 Euro haben, das wird eh nichts mehr‘ „, berichtet Klippstein. Beide Tiere waren in einem so schlechten Zustand, dass sie intensiv tiermedizinisch betreut werden mussten. Eines der Tiere konnte nicht mehr gerettet werden und verstarb wenig später.

Das Deutsche Tierschutzbüro hat beim Veterinäramt in Spandau Anzeige gegen den Veranstalter und zahlreiche Aussteller erstattet. „Wir fordern, dass dem „Kleintierzucht Verein D-14 Berlin Spandau“ das Durchführen solcher Veranstaltungen untersagt wird“, so Klippstein, „anscheinend fehlt es der Vereinsleitung an Sachkunde und Zuverlässigkeit die Einhaltung des Tierschutzgesetzes bei einer solchen Veranstaltung sicherzustellen. Die Tatsache, dass mehrere Aussteller schon am frühen Vormittag alkoholisiert waren, spricht für sich.“

Allen Tierfreunden rät das Deutsche Tierschutzbüro keine Kleintierausstellungen zu besuchen. „Wer darüber nachdenkt sich ein Kleintier anzuschaffen, sollte lieber ins Tierheim gehen“, so Klippstein abschließend.

Damit wir auch in Zukunft Tieren in Not helfen können, brauchen wir Ihre Hilfe, bitte werden Sie Mitglied – vielen Dank.