Neue Recherche deckt auf: Sexuelle Übergriffe in der Schweinezucht

Neue Recherche deckt auf: Sexuelle Übergriffe in der Schweinezucht

Ein Mann, ein Eber, eine triste Halle. Aus den Lautsprechern schallt der Schlagerhit „Er gehört zu mir“, als der Mann den Penis des Ebers in die Hand nimmt und durch schnelle Bewegungen zur Ejakulation bringt. „Geil, oder?“, fragt der Mann einen anderen. „Ja, spritzt!“, antwortet dieser.

Diese sexuellen Übergriffe sind Alltag in einer ostdeutschen Besamungsstation. Hier werden menschliche sogenannte „Absamer*innen“ dafür bezahlt, Ebern Sperma für die anschließende künstliche Besamung von Sauen in der Schweinezucht abzunötigen. Sträubt sich der Eber gegen den sexuellen Übergriff, wird er durch Tritte und Schläge gefügig gemacht oder zum Schlachthof gebracht.

Trotzdem ist die sogenannte Handmethode Standard in Deutschlands Besamungsstationen, in denen rund 20.000 Eber gehalten werden. Zwei Mal pro Woche werden sie zu diesem sexuellen Akt gezwungen. Während der 20-minütigen Ejakulation entsteht bis zu einem Liter Sperma, das mit einem Beutel aufgefangen und im Labor auf Konsistenz, Farbe und Geruch untersucht wird. Per Kurier wird das Sperma zu den Zucht-Anlagen transportiert, wo erneut ein sexueller Akt an den Sauen vorgenommen wird. Pro Eber und Jahr entstehen so bis zu 24.000 Ferkel. Nach kurzer Mast werden diese geschlachtet, genau wie ihr Vater, sobald seine Leistung nachlässt.

Durch Undercover-Aufnahmen aus der „Nutztierhaltung“ weiß die Öffentlichkeit um die grausamen Bedingungen, in denen Tiere leben, leiden und sterben. Jetzt belegen auch diese neuen Bilder, dass sogar die Zucht und alles, was damit zu tun hat, nichts anderes als Tierquälerei ist.

Im Tierschutzgesetz heißt es: „Es ist verboten, ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen.“ Die sexuellen und gewalttätigen Handlungen im Video verstoßen somit aus unserer Sicht gegen das Tierschutzgesetz. Wir haben daher Strafanzeige gegen den Betrieb erstattet.

Du möchtest kein System unterstützen, das Tiere und Menschen zu sexuellen Handlungen zwingt?
Mit einer pflanzlichen Ernährung entscheidest Du dich gegen jegliche Form der Tierquälerei.