Landwirt erschoss Schweine mit Jagdgewehr: Staatsanwaltschaft ermittelt und Jagdschein entzogen

Landwirt erschoss Schweine mit Jagdgewehr: Staatsanwaltschaft ermittelt und Jagdschein entzogen

Anfang Dezember 2020 veröffentlichte das Deutsche Tierschutzbüro eine wirklich erschütternde Undercover-Recherche aus einem Schweinemastbetrieb im Landkreis Grafschaft Bentheim (Niedersachsen), der nach unseren Informationen in der Vergangenheit u.a. auch Tönnies belieferte. In dem Betrieb wurde massiv gegen bestehende Tierschutzgesetze verstoßen. Ganz abgesehen davon, dass die Stallungen und Buchten zum Teil sehr verdreckt waren, waren einige der Tiere stark abgemagert, wiesen schwere Ohren- sowie Ringelschwanzverletzungen oder blutige Kratzer auf. Versteckte Kameras machten deutlich: Kranke und verletzte Tiere wurden von dem Landwirt nicht ordnungsgemäß separiert und tierärztlich behandelt. Doch das war nicht alles …

So fiel den Tierrechtler*innen auf den Aufnahmen vor allem ein Tier mit einer stark blutenden und eitrigen Verletzung auf. Die versteckten Kameras dokumentierten, dass neben diesem Tier auch noch drei weiteren, schwer kranken Schweinen mindestens drei Tage lang nicht geholfen wurde. Am vierten Tag kam der behandelnde Tierarzt des Betriebes, begutachtete die kranken Schweine und ordnete eine sofortige Nottötung an. Diese erfolgte allerdings erst Tage später und auf eine Art und Weise, die die Tierrechtler*innen schockierte:

Mit einem Jagdgewehr versuchte der Landwirt die Tiere zu erschießen, was jedoch nicht gelang. Die Schweine liefen nach dem Schuss tödlich verletzt und völlig panisch durch den Stall. Dem Mäster schien dies egal zu sein, denn er überließ die Tiere in diesem Zustand sich selbst und ging einfach hinaus. Die Tiere verendeten schließlich qualvoll.

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Die Aufnahmen wurden dem Deutschen Tierschutzbüro zugespielt. Nach kurzer Sichtung des Materials wurde umgehend das zuständige Veterinäramt in Bad Bentheim über die Missstände in dem Betrieb informiert. Dieses hat seitdem mehrere Kontrollen durchgeführt und Ordnungsverfügungen erlassen. Zudem steht das Veterinäramt in Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Diese hat nach einer Strafanzeige durch das Deutsche Tierschutzbüro die Ermittlungen gegen den Betreiber aufgenommen. 

Darüber hinaus hat das Deutsche Tierschutzbüro die zuständige Jagdbehörde informiert und fordert, dem Mäster den Jagdschein zu entziehen. Dies ist nun erfolgt, allerdings ist der Entzug noch nicht rechtskräftig. Vermutlich wird wieder von einem „bedauerlichen Einzelfall“ gesprochen. Dabei handelt es sich bereits um den sechsten Fall von Tierquälerei in Schweinemastbetrieben, den das Deutsche Tierschutzbüro innerhalb der letzten Monate aufgedeckt hat. Die Tierindustrie ist grausam! Wer diese Zustände nicht länger unterstützen will, probiert es vegan.

 
 
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