Tierschutzbüro deckt Tierquälerei auf: Verwahrloste Kühe

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Videoaufnahmen aus Betrieb 1

Das Deutsche Tierschutzbüro hat erneut Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz im hessischen Buseck-Beuern erstattet. Nachdem ein Hinweis über grauenhafte Haltungsbedingung von etwa 400 Kühen eingegangen ist, machten sich zwei Mitarbeiter auf den Weg, um sich ein eigenes Bild von den Zuständen zu machen. Schon von Weitem wirkten die Höfe extrem heruntergekommenen, die Stallgebäude waren marode und stark baufällig. Da die Absperrungen und Umzäunungen unsachgemäß und provisorisch instand gehalten wurden, hielten sich einige Tiere sogar im Freien auf. Zwischen landwirtschaftlichen Gerätschaften, Schutt und Müll suchten sie Schutz und Futter. Auf engstem Raum und einem massiv verdreckten Boden waren Jungtiere eingepfercht. An anderer Stelle ragte die Schicht aus Dung und Kot über die ungefähr ein Meter hohe Stallabsperrung hinweg, sodass die Kälber ungehindert nach draußen laufen konnten. Im Nebengebäude machten die Mitarbeiter einen noch abscheulicheren Fund: Mehrere tote, teils verweste Kadaver lagen im verdreckten Stroh und um sie herum pickten Hühner.

„Ich führe seit über 15 Jahren Tierschutzrecherchen im Bereich der Nutztierhaltung durch, doch solch eine Haltung habe ich wirklich lange nicht mehr gesehen.“ So Jan Peifer Gründer des Deutschen Tierschutzbüros. Es macht den Eindruck, als seien die Hofbetreiber mit der Tierhaltung überfordert. Für die Haltung der Tiere sollten normalerweise die entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten vorhanden sein, doch dies trifft hier bei Weitem nicht zu. Das Deutsche Tierschutzbüro hat Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstattet. In beiden Fällen werden Verordnungen zur Nutztierhaltung missachtet, wodurch schwere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorliegen. Aufgrund der enormen Mengen Kot und Dreck leiden die Tiere schon sehr lange unter diesen Umständen. Nach § 17 des deutschen Tierschutzgesetzes wird jemand der Tieren über einen lang anhaltenden Zeitraum erhebliche Leiden zufügt mit bis zu drei Jahren Haft bestraft.

Es liegt die Vermutung nahe, dass beide Höfe sogar Lebensmittel herstellen. Es ist wirklich fraglich, wie es zu diesen Verhältnissen kommen konnte, da die Betriebe kontrolliert werden müssten. Die Tierschutzbeauftragte des Landes Hessen Frau Dr. Martin sagte gegenüber dem Deutschen Tierschutzbüro: „Offensichtlich liegen diese Situationen auch schon länger vor, darauf lassen sowohl die hochgradig verdreckten Stallungen, wie auch die teilweise hochgradig abgemagerten Tiere schließen. Dies braucht Zeit und kommt nicht von heute auf morgen. Vor diesem Hintergrund sind natürlich die verendeten Tiere ein Zeichen für eine massive Vernachlässigung durch den Halter!“

09.11.2015
Die Staatsanwaltschaft Gießen hat die Ermittlungen aufgenommen (AZ 602 Js 35047/15 + AZ 602 Js 34864/15)

18.11.2015
Offener Brief (wurde an zuständige Politker und Ämter geschickt)

01.12.2015
Das Veterinäramt Gießen hat ein Tierhalteverbot für Betrieb 1 ausgesprochen, zudem wurde verfügt, dass es zu einer Bestandsauflösung bis zum 31.12.2015 kommt. Weitere Informationen auch in unserer Pressemitteilung vom 01.12.2015.

Presseberichte (Auswahl)

FFN (23.10.2015)
Gießener Allgemeine (24.10.2015)
Gießener Allgemeine online (23.10.2015)
RTL Hessen (23.10.2015)
RTL Hessen (26.10.2015)
Radio FFH (23.10.20.15)
Radio HR1 (23.10.20.15)
Radio HR4 (23.10.2015)
Radio HR3 (23.10.2015)
Gießener Anzeiger (02.11.15)
Die Welt (09.11.2015)
Hessenschau (09.11.2015)
HR defacto (15.11.2015) TV-Mitschnitt
FFN (02.12.2015)
HR3 (0.12.2015)
DPA Meldung (01.12.2015)

Buseck-Beuern, das Dorf der Tierquäler?
Bereits im August 2015 hatte das Deutsche Tierschutzbüro Strafanzeige gegen einen Landwirt aus Buseck-Beuern gestellt, der Waschbären grausem ertränkt hat. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

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