Zum Weltverbrauchertag: Warum unser Kaufverhalten Tieren und Umwelt schadet

Der diesjährige Weltverbrauchertag am 15. März gibt uns mal wieder den Ansporn, etwas genauer hinzuschauen, welche Verbrauchsgüter Tieren und Umwelt besonders schaden.
Aber auch die Kennzeichnung von Konsumgütern, Lebensmitteln und deren Zusatzstoffen spielt eine immer wichtigere Rolle für die Verbrauchersicherheit.

In diesem Jahr lässt sich leider auch die Fortsetzung einer der größten ethischen Katastrophen der Menschheit bezüglich des Umgangs mit den Tieren als reine Verbrauchsgegenstände nicht wegdiskutieren. So sind die Schlachtmengen in der Massentierhaltung der Agrarfabriken, trotz des subjektiven Empfindens von mehr Bewusstsein in der Ernährung, gestiegen. Rund 753 Millionen Tiere wurden 2016 in Deutschland geschlachtet. Das macht für jeden Bundesbürger im Schnitt mehr als 9 tote Tiere im Jahr aus. Aber nicht nur die ethische Katastrophe, die sich dadurch abbildet ist beschämend, auch die anhaltende Umweltbelastung in Bezug auf den Co2-Ausstoß (rund 20% der weltweiten Emissionen durch die Viehwirtschaft) und die anhaltend hohen Nitrateinträge über 50 mg pro Liter durch Düngemittel bei zwischen 10 und 20% der konventionellen Anbauflächen belastet die Ökobilanz schwer. Sie vertreibt die einheimische Tier- und Pflanzenwelt, sie zerstört die ökologische Vielfalt insbesondere dort, wo sie nachhaltig gebraucht wird.

Auch daher haben wir uns dazu entschlossen, die jüngst – nach Protesten der konventionellen Bauernlobby – vom Bundesumweltministerium zurückgezogene Kampagne der „Neuen Bauernregeln“ abgewandelt fortzusetzen. Dass die Ökobilanz, die unsere Lebensmittel im Supermarkt haben, nicht gekennzeichnet ist, ist da nur ein weiterer Baustein, den es für den Verbraucherschutz zu beackern gilt. Mehr Transparenz auf die Verpackungen und dadurch eine einfachere Kaufentscheidung, das spornt dann auch die Lebensmittelindustrie an, mehr für unser aller Gesundheit und für unseren Planeten zu tun.

Mit der Kampagne „Pelz Polizei“ haben wir zudem kürzlich Verbraucher in den Fußgängerzonen deutscher Städte über die im Trend liegenden pelzbesetzten Mäntel aufgeklärt. Auch wenn viele dieser Waren als Kunstpelzbesätze angeboten und verkauft werden, bestehen diese oft zu einem bestimmten Anteil aus Echtpelz. Was den Missbrauch der Tiere für die Herstellung von Pelzen oder Pelzteilen bedeutet, haben wir in der Vergangenheit schon des Öfteren detailliert dargestellt. Er bedeutet immer schreckliche Qualen und letztlich den Tod der Tiere. Eine sich als zivilisiert bezeichnende Gesellschaft darf diese Praktiken nicht widerspruchslos geschehen lassen. Der Gesetzgeber steht hier in der Pflicht, der Kürschnerei und ihren Auswirkungen bundes-, europa- und weltweit, nicht nur klare rechtliche Grenzen zu setzen und diese zu kontrollieren, sondern als ethisch und tierschutzpolitisch nicht haltbares „Handwerk“ schlussendlich auch in Gänze zu unterbinden. Das Grundgesetz (Art. 20a) gewährt den Tieren im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung zwar offiziell Schutz, allerdings lässt der im Tierschutzgesetz unter § 1 geführte „vernünftige Grund“ als Auslegungssache so große Handlungsspielräume zu, dass damit das Grundgesetz wieder ausgehebelt und der angedachte Schutz der Tiere nicht richtig durchgesetzt wird.

Damit wir die Verbraucher weiterhin informieren und über Massentierhaltung und Pelztierzucht aufklären können und somit den Tieren eine Stimme geben können, brauchen wir Ihre Hilfe.
Unterstützen Sie uns jetzt mit einer Förderschaft ab 5€ im Monat