Westfleisch-Skandal Fall #3: Betrieb in Beckum

Westfleisch-Skandal Fall #3: Betrieb in Beckum

Tierquälerei bei Westfleisch-Zulieferbetrieb
in Beckum aufgedeckt — Fall #3

Auf der Westfleisch-Website wird ein Landwirt aus Leidenschaft präsentiert. Sein Hof in Beckum-Neubeckum (Kreis Warendorf, Nordrhein-Westfalen) liegt idyllisch in grüner Natur. Einige Stallgebäude sind zu sehen. Es wird eine heile Welt suggeriert, die es in Wirklichkeit aber nicht gibt. Ein Rechercheteam betritt die Mastanlage und dokumentiert die Zustände. Das Bildmaterial wird dem Deutschen Tierschutzbüro zugespielt.

 

Verletzte Schweine

In der Mastanlage leiden Schweine an offenen, eitrigen Wunden. Manche Tiere können nicht mehr auftreten. Auf dem Videomaterial ist ein krankes Schwein zu sehen, das dringend separiert werden müsste. Dies ist aus Tierschutzgründen gesetzlich vorgeschrieben, das passiert aber nicht. Das Rechercheteam filmt in dem Betrieb zwei Mal, um Beweismaterial zu sammeln, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt. Auch eine Woche später ist das Tier nicht von den anderen Schweinen separiert. Entweder kommt der Landwirt seiner Sorgfaltspflicht einfach nicht nach, oder es ist ihm einfach egal.

In einem Gang befindet sich ein Schwein, das schwer verletzt ist und dringend tierärztliche Hilfe braucht. Es ist zwar separiert, allerdings ohne ausreichend Futter und Wasser in dem Gang. Obwohl dies verboten ist, ist es dennoch Praxis in vielen Schweinemastbetrieben. 

 

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Anerkannter Ausbildungsbetrieb

Es ist kaum zu glauben, aber dieser Betrieb ist von der Landwirtschaftskammer NRW als Ausbildungsbetrieb anerkannt. Er hat außerdem sogar über 100.000 Subventionen von der EU in den letzten Jahren kassiert, u. a. für Tierschutzverbesserungen. Die Tiere haben augenscheinlich nichts davon, sie leiden. 

Der Betreiber demonstriert regelmäßig in Berlin gegen höhere Tierschutzstandards in der Tierhaltung. Zudem ist er aktives Mitglied der Vereinigung Land schafft Verbindung (LSV). Die Gruppierung setzt sich unter anderem gegen nächtliche Stallkontrollen ein. Angesichts der Zustände verwundert das nicht.

 

Sich selbst überlassen

Auf den Aufnahmen ist ein Schwein zu sehen, das aus eigener Kraft nicht mehr hochkommt. Es braucht dringend Hilfe, doch wird einfach sich selbst überlassen. In diesem Stall steht Tierquälerei an der Tagesordnung. So sieht aus Sicht der Schweineindustrie Tierschutz aus: Im Video sieht man ein Holzscheit, womit sich die Schweine beschäftigen sollen. Angesichts der trostlosen Ställe ist das der blanke Hohn für die intelligenten Tiere. Mit der glänzenden Fassade, wie sich Westfleisch gerne auf der firmeneigenen Website präsentiert, hat das alles nichts zu tun.

In diesem wie auch in den sechs anderen Zulieferbetrieben von Westfleisch wurden schwere Verstöße gegen Gesetze und Straftaten dokumentiert. Aus diesem Grund wurde gegen jeden der 7 Betriebe Strafanzeige erstattet.

Über Westfleisch

Mit etwa acht Millionen getöteten Tieren pro Jahr und einem Umsatz von 2,56 Milliarden Euro ist Westfleisch – neben Tönnies und Vion – einer der größten Schweineschlachter Deutschlands. Das Unternehmen mit Sitz in Münster, Nordrhein-Westfalen, hat neun Standorte und über 5.500 Mitarbeitende. Westfleisch ist eine Genossenschaft: Rund 4.500 bäuerliche Familienbetriebe sind Eigentümer des Unternehmens. Westfleisch verkauft sein Rinder- und Schweinefleisch sowohl direkt als auch über seine zahlreichen Tochterunternehmen und hat damit in der Vergangenheit Discounter wie Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Penny, Netto und Norma beliefert. In Nordrhein-Westfalen kooperiert Westfleisch zudem mit dem Lebensmittelunternehmen Fleischhof Rasting und beliefert darüber die Supermarktketten EDEKA und Marktkauf in der Rhein-Ruhr-Region.

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Jetzt den Schweinen helfen!

Mit der aktuellen Kampagne gegen Westfleisch decken wir nunmehr zum wiederholten Mal erschreckende Zustände in der Schweinemast auf. In den vergangenen Jahren haben wir bereits mehrfach dokumentiert, wie Tiere für Schlachtunternehmen wie Tönnies und Vion leiden. Doch auch in Bio-Schlachthöfen haben wir grausame Tierquälerei dokumentiert. Der beste Weg, den Tieren zu helfen, ist, sie nicht mehr zu essen. Eine pflanzliche Ernährung ohne Fleisch und andere tierische Produkte, ist heute so einfach wie nie. Leckere Rezepte und praktische Einkaufstipps gibt’s bei Twenty4VEGAN.de.

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