Westfleisch-Skandal Fall #5: Betrieb in Kalletal

Westfleisch-Skandal Fall #5: Betrieb in Kalletal

Tierquälerei bei Westfleisch-Zulieferbetrieb
in Kalletal aufgedeckt — Fall #5

Auf der Westfleisch-Website präsentiert sich der Inhaber als Familienbetrieb. Menschen lachen und halten süße Ferkel in die Kamera. Man könnte glauben, dass auf dem Hof in Kalletal (Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen) die Welt noch in Ordnung ist, doch es gibt einen Haken in dieser heilen Welt: die Realität. Die uns zugespielten Aufnahmen sind in den letzten Monaten in dem Westfleisch-Zulieferbetrieb entstanden. Sie zeigen einen Blick hinter die Kulissen. Mehrfach hat sich ein Ermittlerteam in den Betrieb geschlichen und Aufnahmen erstellt.

 

Gestresste Schweine

Es wurden Schweine mit blutig gebissenen Ohren vorgefunden – ein klares Zeichen für Stress und Frustration. Die Tiere werden offenbar nicht tierärztlich behandelt. Auf den Videoaufnahmen fällt ein Tier mit einer enormen Schwellung am Ohr auf, welches augenscheinlich nicht behandelt wurde. Es muss unglaubliche Schmerzen haben. Doch das sind keine Einzelfälle. In dem Betrieb waren unzählige kranke und verletzte Tiere. Einige sind so schwer verletzt, dass sie nicht mehr gehen können. Das Ermittlerteam findet noch mehr: Ein Tier hat die Tortur nicht überlebt. Wie ein Stück Müll abgelegt in einem Gang, entsorgt wird es irgendwann anders.

 

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Subventionen für kranke und tote Tiere

Bei diesen Aufnahmen ist kaum zu glauben, dass der Betreiber in den letzten Jahren rund 100.000 Euro Subventionen von der EU u. a. für Umwelt- und Tierschutzverbesserungen erhalten hat. So sieht die heile Welt von Westfleisch in der Realität aus: verletzte, kranke und tote Tiere.

In diesem wie auch in den sechs anderen Zulieferbetrieben von Westfleisch wurden schwere Verstöße gegen Gesetze und Straftaten dokumentiert. Aus diesem Grund wurde gegen jeden der 7 Betriebe Strafanzeige erstattet.

Über Westfleisch

Mit etwa acht Millionen getöteten Tieren pro Jahr und einem Umsatz von 2,56 Milliarden Euro ist Westfleisch – neben Tönnies und Vion – einer der größten Schweineschlachter Deutschlands. Das Unternehmen mit Sitz in Münster, Nordrhein-Westfalen, hat neun Standorte und über 5.500 Mitarbeitende. Westfleisch ist eine Genossenschaft: Rund 4.500 bäuerliche Familienbetriebe sind Eigentümer des Unternehmens. Westfleisch verkauft sein Rinder- und Schweinefleisch sowohl direkt als auch über seine zahlreichen Tochterunternehmen und hat damit in der Vergangenheit Discounter wie Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Penny, Netto und Norma beliefert. In Nordrhein-Westfalen kooperiert Westfleisch zudem mit dem Lebensmittelunternehmen Fleischhof Rasting und beliefert darüber die Supermarktketten EDEKA und Marktkauf in der Rhein-Ruhr-Region.

Jetzt den Schweinen helfen!

Mit der aktuellen Kampagne gegen Westfleisch decken wir nunmehr zum wiederholten Mal erschreckende Zustände in der Schweinemast auf. In den vergangenen Jahren haben wir bereits mehrfach dokumentiert, wie Tiere für Schlachtunternehmen wie Tönnies und Vion leiden. Doch auch in Bio-Schlachthöfen haben wir grausame Tierquälerei dokumentiert. Der beste Weg, den Tieren zu helfen, ist sie nicht mehr zu essen. Eine pflanzliche Ernährung ohne Fleisch und andere tierische Produkte, ist heute so einfach wie nie. Leckere Rezepte und praktische Einkaufstipps gibt’s bei Twenty4VEGAN.de.

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