Westfleisch-Skandal Fall #4: Betrieb in Salzkotten

Westfleisch-Skandal Fall #4: Betrieb in Salzkotten

Tierquälerei bei Westfleisch-Zulieferbetrieb
in Salzkotten aufgedeckt — Fall #4

Auf der Westfleisch-Website zeigt sich ein regionaler Familienbetrieb. Ein Fachwerkgebäude repräsentiert den Hof, einige Stallgebäude sind zu sehen. Nur Aufnahmen davon, wie die Schweine auf dem Hof in Salzkotten (Kreis Paderborn, Nordrhein-Westfalen) gehalten werden, sucht man vergeblich. Und es gibt auch noch einen Haken an dieser heilen Welt: die Realität. Denn statt auf einem Bauernhof werden die Schweine in riesigen Mast- und Sauenanlagen gehalten. Die uns zugespielten Aufnahmen sind in den letzten Monaten bei dem Westfleisch-Vorzeigebetrieb entstanden.

 

Verhaltensstörungen durch Stress und Langeweile

Auf den Videoaufnahmen weisen viele Tiere Verletzungen auf oder sind krank. Das Beißen der Ohren ist eine Verhaltensstörung, die durch Langeweile und Stress ausgelöst wird. Besonders auffällig: Viele Tiere in diesem Betrieb leiden an Nabelbrüchen. Manche davon sind so groß, dass sie beim Laufen aufscheuern. Die erkrankten und verletzten Tiere werden offenbar weder von den gesunden Schweinen separiert noch tierärztlich behandelt. Doch beides sieht die Gesetzgebung klar vor. Tierquälerei, soweit das Auge reicht.

 

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Eigene (Qual)zucht

Der Betrieb hat neben der Mast auch eine eigene Zucht. Die Schweinemütter leben einen großen Anteil ihres Lebens in Käfigen: den Kastenständen. Das Ermittlerteam entdeckt kranke, sterbende und tote Ferkel. Der Tod scheint hier allgegenwärtig zu sein, wie ein Blick in die gefüllte Kadavertonne zeigt. In einer Nacht dokumentiert das Ermittlerteam, dass Muttertiere in Kastenständen fixiert sind, wo sie weder Zugang zu Trinkwasser noch Beschäftigungsmaterial hatten. Dass dies verboten ist, sollte der Betreiber, der seit 20 Jahren an Westfleisch liefert, eigentlich wissen. Die Fixierung der Tiere in den engen Käfigen ist sowieso schon eine Tortur für die bewegungslustigen Tiere. Dass selbst minimalste Grundvoraussetzungen hier einfach zusätzlich ignoriert werden, zeigt, wie wenig die Bedürfnisse der Schweine hier zählen.

Regionalität und vollmundige Versprechungen von Tierwohl bedeuten für die Tiere nichts. Ihr Leben wird ihnen genommen, ehe es überhaupt richtig begonnen hat.

In diesem wie auch in den sechs anderen Zulieferbetrieben von Westfleisch wurden schwere Verstöße gegen Gesetze und Straftaten dokumentiert. Aus diesem Grund wurde gegen jeden der 7 Betriebe Strafanzeige erstattet.

Über Westfleisch

Mit etwa acht Millionen getöteten Tieren pro Jahr und einem Umsatz von 2,56 Milliarden Euro ist Westfleisch – neben Tönnies und Vion – einer der größten Schweineschlachter Deutschlands. Das Unternehmen mit Sitz in Münster, Nordrhein-Westfalen, hat neun Standorte und über 5.500 Mitarbeitende. Westfleisch ist eine Genossenschaft: Rund 4.500 bäuerliche Familienbetriebe sind Eigentümer des Unternehmens. Westfleisch verkauft sein Rinder- und Schweinefleisch sowohl direkt als auch über seine zahlreichen Tochterunternehmen und hat damit in der Vergangenheit Discounter wie Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Penny, Netto und Norma beliefert. In Nordrhein-Westfalen kooperiert Westfleisch zudem mit dem Lebensmittelunternehmen Fleischhof Rasting und beliefert darüber die Supermarktketten EDEKA und Marktkauf in der Rhein-Ruhr-Region.

Jetzt den Schweinen helfen!

Mit der aktuellen Kampagne gegen Westfleisch decken wir nunmehr zum wiederholten Mal erschreckende Zustände in der Schweinemast auf. In den vergangenen Jahren haben wir bereits mehrfach dokumentiert, wie Tiere für Schlachtunternehmen wie Tönnies und Vion leiden. Doch auch in Bio-Schlachthöfen haben wir grausame Tierquälerei dokumentiert. Der beste Weg, den Tieren zu helfen, ist, sie nicht mehr zu essen. Eine pflanzliche Ernährung ohne Fleisch und andere tierische Produkte, ist heute so einfach wie nie. Leckere Rezepte und praktische Einkaufstipps gibt’s bei Twenty4VEGAN.de.

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