Zur Grünen Woche 2019 – Agrarlobbyismus und Tierquälerei

Auch dieses Jahr findet erneut die Internationale Grüne Woche in Berlin statt – die größte und bedeutendste Landwirtschaftsmesse der Welt. Oder wie man auch sagen könnte: eine Veranstaltung zur Beweihräucherung der Agrarlobby, zur Vermarktung von Massentierhaltung und Zurschaustellung von Tierquälerei. Vom 18. – 27. Januar finden sich hunderttausende Besucher und Branchenvertreter zusammen, um in die Zukunft der Landwirtschaft zu sehen – die jedoch wenig Besserung für die Tiere mit sich bringt.

Stattdessen gibt die Grüne Woche der Massentierhaltung mit all ihrer Ausbeutung und Tierquälerei einen grünen Anstrich und verschleiert dabei, wie grausam die wahren Zustände sind. Stattdessen feiert sich auf der Messe die Branche, die dafür zuständig ist, dass  weltweit Milliarden an Lebewesen durch den Konsum des Menschen leiden. Nicht nur das: auf der Grünen Woche werden auch die neuesten Innovationen vorgestellt, um Massentierhaltung noch effizienter zu machen – natürlich nicht mit Blick auf das Wohl der Tiere. Dass dieses weit unten auf der Prioritätenliste steht sieht man auch immer wieder an der Zurschaustellung lebendiger Tiere auf der Messe, die in den letzten Jahren laut Ausstelleraussagen direkt im Nachgang geschlachtet wurden.

Und all das wird protegiert und befördert von der Politik und unserer Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Auch sie wird die Grüne Woche wieder für viele leere Versprechungen und Worthülsen nutzen und damit zeigen, dass ihr Handeln und ihre Politik nur von der Agrarlobby getrieben wird. Ihre umstrittene Initiative rund um das Tierwohllabel, die Verlängerung der Frist zur betäubungslosen Ferkelkastration, die Zustände in Deutschen Nutztieranlagen und Schlachthöfen oder die beschämenden Kontrollzahlen in solchen Betrieben in Deutschland zeigen, wie wenig es ihr um Tierwohl geht. Solange die Politik nicht handelt und Veranstaltungen wie die Grüne Woche vorgeben, wie Landwirtschaft in Deutschland von statten geht und welchen Stellenwert das Leben der Tiere dabei einnimmt, ist klar, dass wir mit unserer Arbeit noch lange nicht am Ende sind und die Rolle einer Stimme für die Tiere weiter ausfüllen müssen!